Erst in den letzten Börsenstunden drehten die Indizes deutlich ins Plus
Pendel am Neuen Markt schlägt wieder nach oben

Der erste Novembertag am Neuen Markt verlief unruhig. Die Kurse wechselten gleich mehrfach die Richtung. Doch am Ende behielten schließlich die Optimisten die Oberhand.

FRANKFURT/M. Optimistisch betrachtet stabilisieren sich die Kurse am Neuen Markt zurzeit. Skeptiker dagegen warnen davor, dass der Markt demnächst wieder den Rückwärtsgang einlegen könnte. Für Letzteres sprechen die konjunkturellen Basisdaten und die weiterhin schwach erwarteten Quartalsergebnisse vieler Unternehmen. Eine positive Grundhaltung basiert auf den aktuell schlechten Renditen von Alternativanlagen in Verbindung mit einem Liquiditätsstau bei den Anlegern und den Aussichten auf eine Aufhellung der Weltwirtschaft im kommenden Jahr. Gestern waren die Optimisten in der Überzahl.

Für kurzfristige Kursgewinne am Neuen Markt, so scheint es zumindest, gibt es seit kurzem ein einfaches Rezept: Auf Werte setzen, denen die Verbannung aus dem Börsensegment droht. Danach abwarten, bis das Unternehmen verkündet, vor Gericht eine Gnadenfrist erwirkt zu haben und sich an den daraufhin steigenden Kursen freuen. Doch die Freude währt meist nur kurz. Denn an den Problemen, die den Kurs und die Marktkapitalisierung unter die Schwellen von einem Euro beziehungsweise 20 Mill. Euro gedrückt gaben, ändert sich durch die Gerichtsbeschlüsse überhaupt nichts. Anleger, die ihre Gewinne an den Folgetagen realisieren wollen, müssen daher meist feststellen, dass niemand die gestiegenen Preise zahlen will. Ein Großteil der vermeintlichen Gewinne steht nur auf dem Papier.

Am Donnerstag verkündete der Softwarehersteller Brainpower N.V., dass die Firma einen Aufschub von sechs Monaten erhalten hat. Prompt stieg der Kurs in der Spitze um rund 35 %. Bis zum Abend ging das Plus leicht auf 30,5 % und der Kurs wieder auf 1,37 Euro zurück. Die Stunde der Wahrheit schlägt bei Brainpower heute mit der Veröffentlichung der Quartalszahlen. Ohne nachvollziehbaren Anlass wird seit Tagen bei Amatech spekuliert. Gestern erreichte das Spiel seinen vorläufigen Höhepunkt mit einem Plus von 148 %. Das Papier kostet nun bereits wieder 5,20 Euro. Vor fünf Wochen konnten es Anleger noch für 0,55 Euro erwerben.

Handfest war dagegen der Grund für das Plus bei GPC Biotech. Die Aktie stieg um 32 % auf 15,81 Euro, nachdem die Firma den bevorstehenden Einstieg von Altana vermeldet hatte. GPC fließen dadurch fast 35 Mill. Euro zu - ein wichtiger Schritt zur Liquiditätssicherung auf dem Weg zu schwarzen Zahlen (Seite 20). Deutlich im Plus lagen auch Wizcom (+ 84 %). Die Firma hatte einen rückläufigen Verlust im Quartal gemeldet und für das ersten Halbjahr 2002 das Erreichen die Gewinnschwelle angekündigt.

So viele Leben wie eine Katze scheint die Metabox AG zu haben. Nun soll sich spätestens bis Montag entscheiden, ob das Insolvenzverfahren eingeleitet wird. Metabox hatte am Morgen mitgeteilt, die Herstellung von Settop-Boxen einzustellen und stattdessen Lizenzen zu vergeben. Ein erster Kunde wurde auch gemeldet. Die Aktie gab dennoch um 17 % auf 0,69 Euro nach.



Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%