Archiv
Erstarkter DFB-Mann Zwanziger plant über 2006 hinaus

Als die umstrittene Doppelspitze ohne nennenswerten Widerstand abgesegnet war, fühlte Theo Zwanziger vor allem „ein Stück Erleichterung und Befriedigung“.

dpa OSNABRÜCK. Als die umstrittene Doppelspitze ohne nennenswerten Widerstand abgesegnet war, fühlte Theo Zwanziger vor allem "ein Stück Erleichterung und Befriedigung".

Der 59-Jährige wollte seine Freude nach den nochmals kritischen Tagen von Osnabrück auch nicht verbergen: "Dass es gelungen ist, so eine deutliche Mehrheit hinter uns zu bringen, darauf bin ich stolz", verkündete der geschäftsführende DFB-Präsident mit einem Lächeln. Den Tag danach genoss der neue starke Mann des deutschen Fußballs in seinem Verein VfL Altendiez, wo er immer noch zweiter Vorsitzender ist.

Als die Amateur-Verbände forderten, dem ihrer Meinung nach kritikwürdigen Gerhard Mayer-Vorfelder zumindest einen gleichberechtigten Mann an die Seite zu stellen, war der einstige Koblenzer Regierungspräsident bereit. Allerdings stellte Zwanziger klar, dass er sich keineswegs nur als Amateur-Präsident sieht: "Ich habe nicht die Absicht, mich mit klugen Sprüchen in die Bundesliga-Angelegenheiten einzumischen. Ich will aber auch kein Ober-Guru der Landesverbände sein." Er sieht sich als Teil "einer erträglichen Übergangslösung", plant aber persönlich über 2006 hinaus. "Wir wissen, was wir für eine Verantwortung für die Menschen bei der WM 2006 haben", betonte Zwanziger.

Bis 1975 hatte der verheiratete Vater von zwei Söhnen und Mönchengladbach-Fan in der 2 500-Einwohner-Gemeinde Altendiez selbst die Fußballschuhe geschnürt, ehe er über den Verband Rheinland 1992 in den Vorstand des DFB kam. Dort kümmerte er sich zunächst vor allem um soziale Fragen, wurde geprägt von der Zusammenarbeit mit dem Ex- Präsidenten Egidius Braun. "Natürlich ist der Profifußball wichtig, aber es gibt eben auch eine andere Seite", meinte er nach der Wahl. 2001 übernahm Zwanziger die Geschäfte als DFB-Schatzmeister.

Nach dem Studium der Rechtswissenschaft saß er unter anderem im Landtag von Rheinland-Pfalz und arbeitete als Rechtsanwalt. "Ich werde vorsichtiger sein müssen", meinte Zwanziger zu seinen ersten Erfahrungen mit der nun wesentliche größeren Öffentlichkeit um seine Person. Vor allem die Auseinandersetzung mit Bundestrainer Klinsmann um die Quartierfrage bei der WM 2006 brachte ihn in die Schlagzeilen. "Natürlich muss es der Mannschaft gut gehen. Wenn uns Jürgen Klinsmann eine klare Alternative bringt, wird abzuwägen sein. Aber zunächst muss man mit denen reden, bei denen man im Wort steht", sagte Zwanziger in Osnabrück zum Problem Leverkusen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%