Erstaunlich oft landen verwertbare Daten im Müll
Tatort Mülltonne

Kriminelle machen sich immer häufiger an den Abfällen anderer Leute zu schaffen. Und das mit gutem Grund: In jeder fünften Mülltonne befinden sich Kreditkarteninformationen, die für Betrugszwecke genutzt werden können.

ots HAMBURG. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die Experian, einer der weltweit führenden Anbieter von Informationslösungen, in England durchgeführt hat.

In Zusammenarbeit mit der Verwaltung, einem Abfallanalyseunternehmen und der Polizei von Nottinghamshire untersuchte Experian die Abfälle von über 400 Haushalten. Die Ergebnisse sind alarmierend. Ein Fünftel aller untersuchten Abfälle enthielt vollständige Kreditkartennummern und Angaben zur Dauer der Gültigkeit. In Ballungsräumen lag die Quote sogar bei bis zu 40 Prozent.

Nur bei acht Prozent der gefundenen Dokumente war versucht worden, die Angaben unkenntlich zu machen; lediglich ein Prozent dieser Versuche war erfolgreich. Ferner fand sich in den untersuchten Abfällen ein komplett ausgefülltes Antragsformular für einen Reisepass, ein unbenutztes Scheckbuch und - kaum zu glauben, aber wahr - ein unterschriebener Blankoscheck.

Die in jeder fünften Tonne gefundenen Kreditkarteninformationen sind allerdings kaum weniger bedenklich. Sie laden Betrüger dazu ein, im Internet, in Katalogen oder per Teleshopping auf fremde Rechnung "einzukaufen". In Großbritannien steigen die so genannten Card-not-Present-(CNP -)Delikte um 94 Prozent jährlich. "Bin raiding", das systematische Durchsuchen von Hausmüll nach verwertbaren Daten, wird vor diesem Hintergrund zu einer ernsten Gefahr.

Eine parallel von Experian durchgeführte Umfrage unter britischen Kommunalverwaltungen belegt diese Einschätzung. Drei Viertel der befragten Stellen räumten ein, dass das Durchsuchen von Müll durch Kriminelle in ihrem Zuständigkeitsbereich ein ernst zu nehmendes Problem darstellt. 80 Prozent der Befragten gaben einen signifikanten Anstieg solcher Delikte zu Protokoll.

"Es spricht nichts dafür, dass die Deutschen mit ihren Papierabfällen sorgfältiger umgehen als die Briten. Wer denkt schon daran, dass Mülltonnen gezielt durchwühlt werden könnten? Höchste Zeit also, über die Gefahren aufzuklären, die durch achtlosen Umgang mit persönlichen Daten entstehen können", so Andreas Härms, Director Marketing Communications/PR bei Experian Deutschland.

Dabei ist es relativ einfach, sich vor dem Datenklau aus der Mülltonne zu schützen. Akkurater Umgang mit persönlichen Dokumenten, ein kleiner Büroshredder für überflüssige Belege, ein Nachsendeauftrag nach einem Umzug - mit solchen einfachen Maßnahmen kann man wirkungsvoll dafür sorgen, dass Datendiebe sich im Müll ausschließlich schmutzige Hände holen.

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