Erste Arbeitsniederlegungen in Rheinland-Pfalz und Hessen
Textilbeschäftigte wollen von Freitag an streiken

ap FRANKFURT/MAIN. Die Beschäftigten der Textilindustrie in Rheinland-Pfalz und Hessen werden am Freitag den Auftakt bei den von der IG Metall angekündigten Warnstreiks machen. Die Bezirksleitung Frankfurt der für die Branche zuständigen Gewerkschaft teilte am Donnerstag mit, nach Auslaufen der Friedenspflicht würden Beschäftigte der Firma KOB Braun im pfälzischen Wolfstein um 05.00 Uhr die Arbeit niederlegen. Die Frühschicht soll eine Stunde später beginnen. Damit reagiert die IG Metall auf den Abbruch der Tarifverhandlungen für die rund 190 000 Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie.

In Trier wollten den Angaben zufolge Arbeiter der Firma Eybl-Bobinet um Mitternacht vor dem Werktor Flugblätter verteilen. Für 12.30 Uhr wurde ein Warnstreik bei BP Chemicals im hessischen Michelstadt angekündigt. Vom 4. September an will die IG Metall auch im Saarland zu kurzfristigen Streiks aufrufen. "Die Arbeitgeber haben sich in drei Verhandlungen nicht bewegt, also müssen wir sie bewegen", sagte Mehrens.

Die dritte Tarifrunde war am Mittwoch ohne eine Annäherung der Standpunkte abgebrochen worden. Ein Hauptstreitpunkt ist die Altersteilzeit. Die IG Metall wünscht eine verpflichtende Vereinbarung, die Arbeitgeber beharren darauf, dass den Betrieben die Beteiligung an einer solchen Regelung freigestellt sein müsse. Als viel zu niedrig sieht die Gewerkschaft ein Angebot der Arbeitgeber zur Erhöhung der Tarifentlohnung um 3,5 % an, wobei der Tarifvertrag eine Laufzeit von zwei Jahren haben soll. Die IG Metall fordert eine Anhebung um fünf Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit.



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