Erste Auswirkungen der Zinspolitik seien frühestens für Juli zu erwarten
Beobachter rechnen mit weiteren Zinssenkungen

Nach der Senkung des Zielsatzes für Tagesgeld (Fed Funds Rate) am Mittwoch um 50 Basispunkte auf 5,00 % rechnen Beobachter und Analysten mit weiteren Zinsschritten der US-Notenbank.

vwd NEW YORK. So sieht Merrill Lynch den Zielsatz im August bei 4,00 % und verweist am Mittwochmorgen auf den fortbestehenden "easing bias" der Federal Reserve (Fed). Ähnlich aggressiv habe die Fed ihre Zinsen zuletzt vor 16 Jahren gesenkt. Erste vorsichtige Auswirkungen seien allerdings frühestens für Juli zu erwarten. Im Fernsehsender CNBC haben sich am Dienstagabend (Ortszeit) auch einige ehemalige Fed-Gouverneure zu Wort gemeldet.´

So erwartet Andrew Brimmer weitere Zinssenkungen und verweist zur Begründung auf die Aussage der Fed, sie sehen weiterhin das Risiko einer Rezession. Wer allerdings für Dienstag auf eine Senkung des Zielsatzes um 75 Basispunkt gehofft habe, der habe wohl übersehen, dass dies als eine Panikreaktion des Fed hätte gedeutet werden können. Dass die Fed die Lage weiterhin aufmerksam beobachten wolle, deute darauf hin, dass sie, falls erforderlich, auch vor ihrer nächsten Sitzung im Mai weitere Zinsschritte machen werde.

Susan Phillips sieht die im Vorfeld der FOMC-Sitzung gehegten Hoffnungen auf einen größeren Zinsschritt angesichts der realen wirtschaftlichen Situation als ungerechtfertigt an. Sie rechnet mit einer Verbesserung im Jahresverlauf, will aber eine weitere Zinssenkung im Frühjahr nicht ausschließen. Dies werde von den US-Konjunkturdaten abhängen, dei in den nächsten Wochen zur Veröffentlichung anstehenden, meint sie. Die US-Wirtschaft befindet sich nach ihrer Aussage in einem Stadium der "Abbremsung", aber nicht in einer Rezession.

Lyle Gramley überlässt die Bewertung des für einige Akteure entäuschend kleinen Zinsschrittes den Märkten. Angesicht der im Verlauf des Dienstags deutlichen Verluste scheine es so, als habe die Fed zu wenig getan, sagte Gramley vor Börsenschluss. Er glaube nicht, dass eine Senkung des Tagesgeldzielsatzes um 75 Basispunkte als Panikreaktion der Fed gedeutet worden wäre. Ein solcher Schritt hätte die Märkte sicher beflügelt und dazu geführt, dass die Investoren über den Tellerrand hinaus geschaut und dort eine wieder Fahrt aufnehmende Wirtschaft erblickt hätten. Das sei es, was jetzt gebraucht werde. Gramley rechnet nun für Mai mit einer weiteren Senkung um 50 Basispunkte und will, falls Marktreaktionen ausbleiben, auch einen Zwischenschritt der Fed nicht ausschließen.

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