Erste Brennstoffzellen gehen in Produktion
Mehr Energie für mobile Geräte

Laptops, Kameras und Handys werden immer leistungsfähiger. Was den Kunden freut, bringt den Herstellern jedoch Probleme, denn der Energieverbrauch hat schneller zugenommen als die Leistungsfähigkeit der Akkus. Doch Hoffnung naht: Erste Mini-Brennstoffzellen werden jetzt in Serie produziert.

HB DÜSSELDORF. Ein kleines Unternehmen aus Brunnthal bei München hat beim Bau von Brennstoffzellen für die mobile Energieversorgung die Nase vorn. Smart Fuel Cell hat vor kurzem als erstes Unternehmen weltweit mit der Serienfertigung von portablen Direktmethanol-Brennstoffzellen (DMFC) begonnen. Das 40 x 12 x 20 Zentimeter große Mini-Kraftwerk mit einem austauschbaren Methanol-Tank ist auf Grund seiner Größe jedoch noch nicht für den direkten Einsatz in Handys oder Laptops geeignet.

Baustellen-Ampeln, Telematikanlagen, Anwendungen in der Umwelt- und Messtechnik sowie im Camping- und Freizeitbereich ließen sich mit der Technik drei- bis fünfmal länger betreiben. Doch schon jetzt lässt sich über einen Adapter ein Notebook an das Brennstoffzellensystem anschließen. Rund 100 Stunden könnte man mit einer Tankfüllung ununterbrochen surfen. Eine Reihe von technischen Tricks sorgt dafür, dass das Methanol nicht umständlich über Wasserstoff, sondern direkt in Strom verwandelt wird. Geht der Treibstoff zur Neige, muss nur der Tank gewechselt werden. Das funktioniert sogar bei laufendem Betrieb, wie das Unternehmen mehrfach gezeigt hat.

Fraunhofer Forscher zeigen im April neue Prototypen

Andere Entwickler sind den Münchenern zwar dicht auf den Fersen. Doch zunächst müssen diese ihre Prototypen in die Fertigung überführen. Auch Smart Fuel Cell muss sich zunächst mit einer kleinen Serie zufrieden geben. Bis zu 1 000 Stück sollen in diesem Jahr produziert und mit ausgesuchten Kunden getestet werden.

"Wir entwickeln unser System in zwei Richtungen", berichtet Manfred Stefener, Gründer und Geschäftsführer der Smart Fuel Cell GmbH. "Zum einen treiben wir die Miniaturisierung für den Einsatz in elektrischen Kleingeräten voran. Gleichzeitig vermarkten wir aber schon die jetzige Systemgeneration." Den Prototyp einer Brennstoffzelle, die in ein Notebook eingebaut werden kann, will Manfred Stefener Ende des Jahres vorstellen.

Auf der Hannover Messe im April in Hannover wird das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme - ISE erste Prototypen von Brennstoffzellen vorführen, die zusammen mit Industriekunden entwickelt wurden und nun zur Serienreife entwickelt werden könnten. Bereits vor einem Jahr hatten die Freiburger eine Brennstoffzelle zum Einbau in einen Camcorder vorgestellt. Dabei setzen die Forscher auf die so genannte PEMFC (Proton Exchange Membran Fuel Cell), bei der als Brennstoff nicht Methanol, sondern Wasserstoff verwendet wird.

"Die PEMFC hat eine größere Leistungsdichte", begründet Ulf Groos vom Fraunhofer ISE diese Entscheidung. Neben der PEMFC beschäftigen sich die Fraunhofer-Forscher auch mit Hybridsystemen aus Brennstoffzelle und Akku. Solche Lösungen sind nach Aussage von Ulf Groos insbesondere für Handys und eventuell auch für Laptops interessant. Denn sie verbinden zum Beispiel die sehr gute Hochstromfähigkeit eines Lithium-Ionen-Akkus mit der mehrfach höheren Energiedichte von Brennstoffzellen.

Nicht nur deutsche Entwickler arbeiten an der Brennstoffzelle. Amerikanische Forscher vom staatlichen Lawrence Livermore National Laboratory (LLNL) in Kalifornien haben Anfang des Monats eine Brennstoffzelle im Miniformat vorgestellt. Die Dünnfilm-Brennstoffzelle soll ebenfalls die Lithium-Ionenbatterien in Handys ersetzen und mit Methanol betrieben werden. Mit dem Gerät könne die Standby-Zeit eines Mobiltelefons von rund vier Tagen auf zwei Wochen verlängert werden.

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