Erste deutsche Fußballaktie kostet zwischen 11 und 13 Euro
Borussia Dortmund freut sich über großes Interesse am Börsengang

HB/dpa DÜSSELDORF. Die schlechte Stimmung an den Börsen kann der ersten deutschen Fußballaktie den Start offenbar nicht verderben. Eine Woche vor Beginn der Zeichnungsfrist (23. bis 27. Oktober) beobachtet die Chefetage der Borussia Dortmund GmbH & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) eine stürmische Nachfrage von Privatanlegern. "Von 11 000 Vereinsmitgliedern haben sich 4 700 bereits in der ersten Woche zur Zeichnung angemeldet. Das haben wir in der Form nicht erwartet", sagte BVB-Manager Michael Meier gestern dem Handelsblatt. Auch die eingerichtete Telefon-Hotline sei wegen des bevorstehenden Börsengangs seit Tagen dauerhaft belagert.

Der 1:0-Heimsieg am Wochenende über den SC Freiburg, der Dortmund auf Platz zwei der Bundesliga-Tabelle führte, dürfte den Andrang weiter verstärkt haben. Wie erwartet, bewegt sich der Emissionspreis der künftigen Aktie Schwarz-Gelb nur knapp im zweistelligen Euro-Bereich: Aus Neuemissionsstudien der Deutschen Bank und der Düsseldorfer WGZ-Bank, die beide dem Konsortium für den Börsengang angehören, errechnet sich laut "Börsenzeitung" eine Preisspanne der BVB-Aktie zwischen 11 und 13 Euro. Borussia Dortmund hatte im Vorfeld angekündigt, die Aktie optisch möglichst günstig erscheinen zu lassen, um auch Kleinanlegern den Kauf des Fußball-Papiers zu ermöglichen.



Börsengang bringt der Borussia 156 Mill. Euro an Einnahmen

Dem Verein sollen im Zuge des Going Public etwa 156 Mill. Euro in die Vereinskasse fließen. In ihren Studien gehen Deutsche Bank und WGZ-Bank nun von einem Unternehmenswert der Borussia-KGaA zwischen 254 und 324 Mill. Euro aus. Das ist mehr als ursprünglich von der WGZ-Bank kalkuliert. "Es ist ein neues Produkt, und inzwischen hat man wohl genauer erkannt, dass in unserem Unternehmen mehr drin steckt als zunächst gedacht", glaubt Meier. Fantasie verspreche aus seiner Sicht vor allem die künftige Verteilung der Fernsehgelder im Pay-per-View-Verfahren. Das sei von vielen Experten bisher deutlich unterschätzt worden.

Während der Andrang von Fans und Privatanlegern nicht unerwartet kommt, steht der BVB-Chefetage die weit schwerere Aufgabe noch bevor: Auf einer Roadshow versucht man in der nächsten Woche auch die Großinvestoren von den Wachstumsaussichten der Fußballbranche zu überzeugen.

Mit einer großen Werbekampagne halten sich die Gelb-Schwarzen im Vorfeld des Börsengangs bewusst zurück. Der samstägliche Schwenk durchs Fußballstadion soll genügen. Anders als etwa die Post AG kann der Fußballklub vor Beginn der Zeichnungsfrist anscheinend auf großen Werbeaufwand verzichten. Meier: "Die gelbe Aktie macht viel Werbung für uns mit."



Matthias Eberle
Matthias Eberle
Handelsblatt / Ressortleiter Ausland
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