Erste Erfolge zu verzeichnen
Kongress gegen Sex-Ausbeutung von Kindern beginnt in Japan

Im japanischen Yokohama beginnt an diesem Montag der "Zweite Weltkongress gegen die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kinder". Bis zum 20. Dezember werden Vertreter von Regierungen und Organisationen aus aller Welt über Maßnahmen gegen den Kinderhandel, die Kinderprostitution und die Kinderpornografie beraten. Bundesjugendministerin Christine Bergmann führt die deutsche Delegation an, der auch Experten von Organisationen wie dem Kinderhilfswerk terre des hommes angehören.

dpa YOKYHAMA. Fünf Jahre nach dem ersten Weltkongress in Stockholm gebe es "endlich erste Erfolge im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern", sagt Christa Dammermann von terre des hommes. Seit Stockholm habe es wichtige neue Gesetze und internationale Abkommen gegeben, Netzwerke und Hilfsprojekte für Kinder seien neu entstanden und die Öffentlichkeit für das Problem weiter sensibilisiert worden.

Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks UNICEF werden weltweit jährlich eine Million Kinder neu zur Prostitution gezwungen. Bisher erließen 34 Staaten Programme gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern.

"Wir brauchen eine wirksamere Verfolgung der Täter, einen besseren Schutz und Hilfen für die betroffenen Kinder und eine weltweite Mobilisierung der Öffentlichkeit gegen den täglichen Skandal des Kinderhandels", sagt Boris Scharlowski von terre des hommes. Die meisten Täterkarrieren begännen schon im jugendlichen Alter, sagt

Ursula Enders, Leiterin der Beratungsstelle "Zartbitter Köln".

Als Delegationsmitglied will sie in Yokohama daher flächendeckende Angebote zur Täterprävention und Therapieangebote für jugendliche Täter fordern. Zudem verlangt sie mehr Hilfe auch für Opfer. "Es ist immer wieder erschreckend, dass gerade die Hilferufe der Opfer aus Pornoproduktionen nicht verstanden werden", sagt Enders. Die meisten Pädagogen wüssten zum Beispiel nicht, "dass Kinder oftmals gezwungen werden, sich gegenseitig zu missbrauchen und deshalb ein doppeltes Schweigegebot haben", sagt die Expertin.

"Unser Ziel muss sein, Kindern zu einer Kindheit zu verhelfen", sagt auch Klaus Haupt, Vorsitzender der Kinderkommission des Deutschen Bundestages. "Kinder sind keine Ware, sondern besonders schutzlose Menschen, denen es zu helfen gilt." Kein Land sei frei von kommerzieller sexueller Ausbeutung, keine Gesellschaft immun und kein Kind voll geschützt, erklärt die UN-Organisation ESCAP (Economic and Social Commission for Asia and the Pacific). Schuld trügen nicht nur die direkten Täter. Der Taxifahrer, der die Treffen ermöglicht, der Hotelangestellte, der ein Auge zu drückt, Nachbarn, die dem freundlichen Herrn von nebenan seine "kleine Schwäche" nachsehen - auch sie alle leisten der sexuellen Ausbeutung von Kindern Vorschub.

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