Erste Fischmehlproben ohne Antibiotika-Nachweis
Künast zieht Konsequenzen aus Futtermittelskandal

Wegen Schlamperei im Zusammenhang mit dem jüngsten Futtermittelskandal hat Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Grüne) Maßnahmen gegen zwei Mitarbeiter ihres Ministeriums eingeleitet. Die beiden Unterabteilungsleiter seien ihrer Aufgaben entbunden worden, teilte Künast am Donnerstag in Berlin mit.

afp BERLIN/HANNOVER. Die Ministerin räumte ein, dass in ihrem Haus Fehler gemacht worden seien. So war ein Schreiben der niederländischen Veterinärbehörden, in dem auf die Verseuchung von Shrimps aufmerksam gemacht wurde, schon am 27. Dezember vergangenen Jahres eingegangen. Erst am 8. Januar seien aber die erforderlichen Schritte unternommen worden, räumte Künast ein.

Die ersten Untersuchungen von möglicherweise mit dem Antibiotikum Chloramphenicol (CAP) verseuchtem Fischmehl, das aus den Shrimps gewonnen wurde, brachten unterdessen keine positiven Ergebnisse. Das teilte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Hannover mit. Weitere Untersuchungsergebnisse, zum Beispiel von Fischöl, würden in den nächsten Tagen erwartet. Die Proben stammen aus 170 Tonnen Fischmehl, die in den Vereinigten Fischmehlwerken in Cuxhaven vorgefunden wurden. Bei der Produktion des Futters wurden 27 Tonnen Shrimps (Garnelen) aus Asien verarbeitet, die bei der Aufzucht mit dem Antibiotikum behandelt worden waren.

Die Shrimps-Ladung aus Asien war in die Niederlande exportiert worden. Die Behörden dort hatten ihre Vernichtung angeordnet. Stattdessen hatte eine niederländische Recycling-Firma sie aber mit anderen Fischabfällen vermengt und als Rohmaterial nach Deutschland verkauft, wo das Material zu Fischmehl verarbeitet wurde. Insgesamt sollen 1000 Tonnen Fischmehl unter Beimischung des niederländischen Materials erzeugt worden sein.

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