Erste Flüchtlinge - Seuchengefahr steigt: Lage in Bagdader Kliniken spitzt sich zu

Erste Flüchtlinge - Seuchengefahr steigt
Lage in Bagdader Kliniken spitzt sich zu

Angesichts der zum Teil heftigen Kämpfe in Bagdad hat sich die Lage in den Krankenhäusern der Stadt am Dienstag weiter zugespitzt. "Mehrere Kliniken haben kaum noch Wasser und keinen Strom", sagte ein Sprecher des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK). Die Ärzte arbeiten "längst an der absoluten Grenze ihrer Belastbarkeit."

HB/dpa AMMAN/GENF. Angesichts der wachsenden Verunsicherung unter der Bevölkerung haben inzwischen die ersten irakischen Flüchtlinge die Grenze nach Jordanien und Syrien überschritten. "Von einem Flüchtlingsstrom kann aber nicht die Rede sein", sagte der Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks, Peter Kessler, in Amman.

Nach wie vor strömen verwundete irakische Soldaten und Zivilisten in die Kliniken Bagdads. Vertretern des IKRK gelang es am Dienstag ungeachtet der andauernden Kampfhandlungen, zwei Tonnen medizinischen Hilfsmaterials in das besonders hoch beanspruchte El-Kindi- Krankenhaus zu bringen, darunter auch Material für die Anästhesie von Operationspatienten. In dem Krankenhaus seien jedoch nur noch 6 von insgesamt 20 Operationssälen benutzbar, sagte der Sprecher. Die Chirurgen arbeiteten seit Beginn der US-Offensive vor drei Tagen praktisch ohne Pause und seien völlig erschöpft. Auch am Dienstag seien pro Stunde durchschnittlich etwa zehn Patienten pro Stunde aufgenommen worden. Zur Lage in Basra lagen zunächst keine neuen Informationen vor.

Wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR in Amman mitteilte, haben inzwischen eine Hand voll irakischer Flüchtlinge die jordanische Grenze bei Ruweisched überschritten. Elf Menschen seien bei Abu Kamal nach Syrien geflohen. Insgesamt sind in den vergangenen Tagen mehrere Dutzend Iraker nach Syrien gekommen. "Bis jetzt können wir noch nicht von einem Flüchtlings-Exodus sprechen", sagte UNHCR-Sprecher Kessler. Es sei jedoch klar, dass die ersten Iraker dem Druck des Krieges nicht länger standhalten würden. Bisher seien allerdings an den Grenzen des Iraks zur Türkei und zu Iran noch keine Flüchtlinge angekommen.

Am Sitz der internationalen Hilfsorganisationen in Genf hieß es am Dienstag, die finanziellen Mittel für die humanitäre Hilfe im Irak fließe jetzt reichlicher. Bisher seien 290 Millionen Dollar eingetroffen, davon 200 Millionen aus den USA, sagte die Sprecherin der UN-Organisation "Welternährungsprogramm" (WFP), Christiane Berthiaume.

Hauptproblem sei aber nicht die Versorgung mit Lebensmitteln, sondern die Bereitstellung sauberen Wassers. Der Sprecher der Weltgesundheitsorganisation WHO, Ian Simpson, warnte, mit steigenden Temperaturen steige auch die Gefahr von Cholera-Erkrankungen bei Kindern. Die Gefahr von Seuchen sei insgesamt höher geworden. "Es macht keinen Sinn, Menschen zu ernähren, wenn man sie nicht gesund erhalten kann".

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