Erste Goldmedaille für den DLV
Goldener Abend für Ingo Schultz

Ingo Schultz hat Deutschlands Leichtathleten am dritten EM-Tag von München das erhoffte erste Gold beschert und Heike Meissner überraschend Silber über 400 m Hürden gewonnen. Auch Grit Breuer erlief sich das ersehnte Edelmetall.

HB MÜNCHEN. Ingo Schultz hat Deutschlands Leichtathleten am dritten EM-Tag von München das erhoffte erste Gold beschert und Heike Meissner überraschend Silber über 400 m Hürden gewonnen. Grit Breuer holte über 400 m ebenfalls Silber, verpaßte aber ihren dritten Titel nach 1990 und 1998. Den Sieg sicherte sich Olesja Zykina (Russland) in der europäischen Jahresbestzeit von 50,45 Sekunden. Breuer steigerte sich in ihrem dritten Saisonrennen auf die deutsche Jahresbestleistung von 50,70.

In 45,14 Sekunden bezwang der WM-Zweite unter dem Beifallsorkan der 48. 500 Zuschauer im erstmals vollbesetzten Olympiastadion den Spanier David Canal (45,24) und den britischen Hallen-Weltmeister Daniel Caines (45,28). Meissner, die mit 32 Jahren ihre erste internationale Medaille gewann, wurde in einem schwachen Finale in 55,89 Sekunden nur von Rumäniens Titelverteidigerin Ionela Tirlea bezwungen, die in 54,95 souverän siegte.

"Ingo-Ingo" hallte es durch die Arena, nachdem der deutsche Publikumsliebling seiner Favoritenrolle gerecht geworden war. Caines, der offenbar bei den Commonwealth-Spielen zu viel Kraft verpulvert hatte, war nicht der erwartet große Gegner. "Das hatte ich mir gewünscht. Und dann dieses Bad in der Menge", meinte ein gerührter Ingo Schultz. Dass die Siegerzeit nicht im 44-er-Bereich lag, führte er auf den Kräfteverschleiß aller zurück. "Zum Glück hatte ich die meisten Reserven", meinte Schultz, der seine persönliche Bestzeit aus dem WM-Halbfinale 2001 in Edmonton (44,66) nicht erreichte. Er holte das fünfte deutsche EM-Gold seit 1934. Zuletzt hatte 1982 Hartmut Weber (ebenfalls Dortmund) in Athen gesiegt. Seitdem triumphierten nur Briten - bis nun Schultz diese Serie beendete.

Ungläubig schlug Heike Meissner die Hände vors Gesicht, als sie als Zweite über die Ziellienie lief. "Ich hatte so viel Pech und so viele Verletzungen in den letzten Jahren. Und jetzt, wo ich nicht einmal in Hochform bin, gewinne ich eine Medaille", meinte die Leipziger Grundschul-Lehrerin, die bei der WM 1995 und der EM 1994 um einen Platz an Bronze gescheitert war. `Die Zeit ist schlecht, aber das ist egal", so Heike Meissner, die nach dem Halbfinale angesichts der schwachen Konkurrenz schon gewusst hatte: `Ich hole eine Medaille."

Für den ersten Höhepunkt des Tages hatte Polens Doppel-Olympiasieger Robert Korzeniowski im 50-km-Gehen in Weltbestzeit von 3:36:39 Stunden gesorgt. Beim siebten Gold seiner Karriere steigerte er Titelverteidiger die zwei Jahre alte Weltbestmarke des Russen Walerj Spitsin um 47 Sekunden. Weiteres Gold am dritten EM-Tag gewannen in einer von vielen Pfiffen quittierten 1500-m-Entscheidung Mehdi Baala (Frankreich), nachdem der nachträglich mit ihm auf den Goldplatz gesetzte Spanier Reyes Estevez noch auf Silber zurück gestuft wurde.

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