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Erste Green Card für indonesischen Computer-Experten

Reuters NÜRNBERG. Der indonesische Computer- Spezialist Harianto Wijaya hat am Montag in Nürnberg aus den Händen von Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) die erste von bis zu 20 000 Green Cards erhalten. Der 25-Jährige, der sein Informatik-Studium an der Rheinischen-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen mit der Note eins abgeschlossen hatte, wird bei dem Aachener Mobilfunkunternehmen AixCom arbeiten. Die Green Card für Wijaya ermögliche der Firma ein Projekt in der drahtlosen Bürokommunikation, teilte die Bundesanstalt (BA) für Arbeit am Montag in Nürnberg mit. Die weiteren, auf fünf Jahre befristeten Arbeitserlaubnisse werden von Dienstag an von den Arbeitsämtern ausgegeben.

Wijaya sagte: "Ich fühle mich glücklich und freue mich auf meine Arbeit." Nach Angaben des Präsidenten der Bundesanstalt, Bernhard Jagoda, haben sich auf der Internet-Seite der Behörde bislang 5486 Computer-Spezialisten beworben. Die Bundesanstalt wolle schnell und unbürokratisch entscheiden. Riester sagte, Deutschland sei angesichts der anwendungsorientieren Struktur in der Informationstechnologie hier zu Lande ein exzellenter Platz für ausländische Fachkräfte. Daraus ergäben sich sowohl neue Chancen für den Standort Deutschland als auch für die Länder, aus denen die Interessenten kommen.

Jagoda äußerte die Erwartung, dass die Vergabe von Green Cards auch zu Einstellungen von inländischen Arbeitskräften führt. Dann werde auch deren Akzeptanz in der Bevölkerung zunehmen. Zu einer Ausweitung der Green Card-Regelung auf andere Branchen, die über Arbeitskräftemangel klagen, äußerte sich der Bundesarbeitsminister zurückhaltend. Riester sagte, darüber wolle man erst zu reden, wenn erste Erfahrungen mit den Arbeitsgenehmigungen vorlägen. Priorität hätten aber Aus- und Weiterbildung. Wenn sich die Green Card bewähre, werde man auch über Anschlussregelungen für die Zeit nach Ablauf der Green Cards nachdenken.

Die jüngsten gewalttätigen Übergriffe auf Ausländer sind nach Ansicht Riesters keine Gefahr für den Standort Deutschland. Gleichwohl müsse man ihnen massiv entgegen wirken. Jagoda sagte, solche Gewalttaten seien bitter für das Ansehen in der Welt. Deutschland sei aber ein weltoffenes Land.

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