Erste Hoffnungsschimmer auf wieder bessere Tage
Analysten sehen Ende des Abwärtstrends an den Aktienmärkten

FRANKFURT/M. Nach der uneinheitlichen Tendenz der deutschen Aktienmärkte in der vergangenen Woche geht die Mehrzahl der Händler nun davon aus, dass der seit Monaten anhaltende Abwärtstrend gestoppt ist und eine Bodenbildung eingesetzt hat. Die Experten der Hamburger Vereins und Westbank - befürchten allerdings eine weiterhin angespannte Situation, in der es vor allem im Telekommunikations- und Technologiesektor zu starken Kursausschlägen nach oben wie nach unten kommen kann.

Erste Hoffnungsschimmer auf wieder bessere Tage an den Aktienmärkten sieht auch die DG-Bank. Das Spitzeninstitut der Genossenschaftsbanken macht dafür vor allem die Warnung des US-Notenbankpräsidenten Alan Greenspan vor einer zu starken Wirtschaftsabschwächung verantwortlich. Deswegen kamen unter vielen Experten bereits Phantasien über fallende Zinsen auf, die an den Aktienmärkten für neue Impulse sorgten. Gleichzeitig könnte ein baldiges Ende des Tauziehens um die US-Präsidentenwahl - so die DG-Bank - den Märkten neuen Schwung verleihen. Der europäische Aktienhandel dürfte nach Meinung der DG-Bank-Experten zudem vom zuletzt erholten Kurs des Euros profitieren, wovon sie sich eine Verlagerung der internationalen Kapitalströme in Richtung Europa erwarten.

Mit einer eher technisch bedingten Kurserholung bis zum Jahresende rechnen die Analysten der Hamburger Berenberg Bank. Skeptisch, was die Nachhaltigkeit betrifft, stimmt sie das nachlassende Wirtschaftswachstum. Auch schließen sie erneute Gewinnwarnungen von Unternehmensseite nicht aus. Die Experten der Berenberg-Bank gehen aber wie ihre Kollegen von der GZ-Bank davon aus, dass ein Großteil der daraus entstehenden Risiken bereits in den Kursen enthalten ist. Fundamental halten sie das derzeitige Aufwärtspotenzial allerdings für begrenzt.

Von Unternehmensseite sind in der neuen Woche nur wenige marktbewegende Neuigkeiten zu erwarten. Als interessant bewerten die Experten lediglich die Bilanzpressekonferenzen von Thyssen Krupp am heutigen Montag und von Siemens am kommenden Donnerstag. Allerdings liegen in beiden Fällen bereits vorläufige Zahlen vor, die sich von den endgültigen nur unwesentlich unterschieden dürften. Spannender könnte es im Fall Siemens am kommenden Freitag zugehen. Dann soll das Unternehmen auf einer Analystenkonferenz Einzelheiten zur künftigen Ertragsentwicklung in einzelnen Geschäftsbereichen vorlegen.

Am Neuen Markt halten die Analysten der DG-Bank zumindest eine technische Erholung für möglich, nachdem er durch die schlechten Nachrichten um die Schwergewichte EM.TV und Mobilcom in der abgelaufenen Woche belastet wurde.

Der Rentenmarkt dürfte nach Ansicht von Experten auch in der neuen Woche fest tendieren. Die Analysten von M.M. Warburg sehen hier sogar eine Jahresendrally. Dazu sollte auch eine weitere Stabilisierung des Euros beitragen. Die Mehrzahl der Fachleute rechnet damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) demnächst keine weiteren Zinsschritte unternimmt. Wesentlicher Entscheidungsfaktor dürften dabei die in dieser Woche erwarteten Daten zur US-Inflation sein. Wenn danach die amerikanische Industrieproduktion ihren Abwärtstrend beibehält, rechnen die Analysten der GZ-Bank damit, dass der Euro sich weiter über der Marke von 0,8750 Dollar stabilisieren kann.



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