Erste Kontoauflösungen
Große Verunsicherung unter den Bankkunden

Trotz der Rettung vor dem drohenden Konkurs sind die Kunden der Schmidt-Bank verunsichert. Gespalten reagierten sie am Montag in Hof auf die Auffanglösung, mit der die deutschen Großbanken und der öffentlich-rechtliche Bankensektor in Bayern das Institut sanieren wollen.

Reutes HOF AN DER SAALE. Viele Kunden, die aus der Hauptgeschäftsstelle in der Hofer Fußgängerzone kamen, hatte seine Ersparnisse gekündigt und sofort Bargeld mitgenommen."Ich habe mein Geld abgeräumt", sagten einige. Doch der große Ansturm blieb aus. Manche äußerten sogar die Hoffnung, dass die Bank unter ihrem traditionsreichen Namen erhalten bleiben könnte. Mitarbeiter der Schmidt-Bank hüllten sich in Schweigen und wiesen neugierigen Journalisten die Tür.

Passanten in der Hofer Innenstadt konnten die Nachricht über die lange dementierte Nahezu-Pleite "ihrer" Bank nicht fassen. "Wir sind zutiefst erschüttert, dass so etwas passiert ist. Das hätte niemand geglaubt", sagte einer. Ein Sparer verließ die Filiale mit einem Koffer: "Ich habe Angst um mein Geld." Bei der Zweigstelle der Landeszentralbank hat die Schmidt-Bank am Montag freilich nicht mehr Bargeld bestellt als gewöhnlich, um sich für etwaige Panikreaktionen der Kunden zu wappnen, wie ein Filial-Mitarbeiter berichtete.

Heftige Kritik äußerten Kunden an der Informationspolitik der Bank. Sie hatte sich nicht geäußert, auch schon breite Teile der Medien über die Probleme berichten. "Wir stehen unter neuer Leitung, wir dürfen nichts sagen", sagte am Montag die Pressesprecherin. An der Firmenzentrale der 1828 gegründeten Schmidt-Bank, einem modernen Bürogebäude am Rand der Innenstadt Hofs, wird derzeit gebaut.

Für einen "Run" auf die 141 Filialen sei es vielleicht noch zu früh, meinten Bankkunden. Viele Kunden hätten erst am Morgen in den Medien von der Auffanglösung erfahren. Der Mitarbeiter einer anderen Bank, der einem Kollegen in der Schmidt-Bank einen Besuch abgestattet hatte, sagte, die Telefone hätten am Morgen dort nicht mehr still gestanden. Vor allem Aktionäre der Tochter Consors hätten sich besorgt über die Zukunft der Bank erkundigt.

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