Erste Preisrunde 2002
Höhere Benzinpreise an Tankstellen

Die Mineralölkonzerne haben die Benzinpreise an den Tankstellen zum ersten Mal im neuen Jahr angehoben.

Reuters HAMBURG. Einen Tag nach der britischen BP zogen am Freitag auch die anderen Markentankstellen nach und erhöhten die Benzin- und Dieselpreise regional unterschiedlich um bis zu einen Cent. Begründet wurde die Preisrunde mit höheren Kosten am Rotterdamer Ölmarkt, höheren Rohölnotierungen sowie Effekten bei der Euro-Umstellung der Preise. Dadurch seien die Gewinnmargen geschmälert worden.

Sprecher von Mineralölkonzernen sagten, die Preise seien besonders dort angehoben worden, wo die Tankstellen nach der Euro-Umstellung und der Erhöhung der Mineralölsteuer Verluste geschrieben hätten. Die Benzinpreise waren nach Branchenangaben trotz der im Rahmen der vierten Stufe der Ökosteuer zu Jahresanfang um 3,6 Cent je Liter erhöhten Mineralölsteuer weitgehend unverändert geblieben. Dadurch hatten sich die im ohnedies knappen Gewinnmargen verringert.

Wegen des Wettbewerbs unter den Tankstellen bröckeln die Benzinpreise nach Preiserhöhungen in der Regel kurze Zeit später regional unterschiedlich wieder ab. Die Branche spricht dann von "Preistrichtern". Um die "aufzufüllen" werden von den Konzernzentralen in Abständen Mindestpreise verordnet. Dieses Vorgehen wird von Wettbewerbshütern genau beobachtet, um festzustellen, ob es dabei zu Absprachen zwischen den Mineralölunternehmen kommt.

Esso-Sprecher Karl-Heinz Schult-Bornemann sagte, die Euro-Umstellung und die neue Stufe der Ökosteuer hätten sich vielfach zu Lasten der Tankstellen ausgewirkt. Bei der Umrechnung einschließlich Mineralölsteuer sei so abgerundet worden, dass am Ende eine Neun gestanden habe. Dadurch hätten die Preise in einigen Fällen um bis zu einen Cent nachgegeben.

Beim Marktführer Aral erhöhten zehn Prozent der insgesamt 2 500Tankstellen den Angaben zufolge ihre Preise um bis zu einen Cent. Bei Shell waren es 15 Prozent des 1 500 Tankstellen umfassendes Netzes, die ihre Preise im Schnitt um einen halben Cent anhoben.

RWE-Dea legte den Mindestpreis für Benzin am Freitag nach eigenen Angaben für sein Tankstellennetz auf 0,919 Euro fest. Super habe sich regional unterschiedlich um bis zu zwei Cent auf 0,939 Euro, schwefelärmeres Super plus sogar durchschnittlich um vier Cent auf 0,959 Euro verteuert. Diesel koste nun 0,769 Euro, hieß es.

Ein Dea-Sprecher begründete den Preissprung mit höheren Kosten am Rotterdamer Ölmarkt. Dort habe sich Benzin im Vergleich zu Mittwoch um sieben auf 193 Dollar je Tonne verteuert. Diesel sei mit 200 Dollar je Tonne sogar zehn Dollar teurer.

Auch der Rohölpreis zog weiter leicht an: In London notierte das Fass der marktführenden Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Februar am Freitagnachmittag bei 21,20 Dollar und war damit rund einen halben Dollar teurer als am Vortag.

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