Erste Proteste in Süd- und Ostfrankreich
Frankreichs Spediteure und Bauern blockieren Treibstofflager wegen hoher Spritpreise

Die französischen Fernfahrer haben am Montagmorgen ihre Protestblockaden der wichtigsten Raffinerien und Treibstoffdepots des Landes ausgeweitet.

dpa/afp PARIS. Die französischen Fernfahrer haben am Montagmorgen ihre Protestblockaden der wichtigsten Raffinerien und Treibstoffdepots des Landes ausgeweitet. Betroffen waren fast alle Regionen Frankreichs, wo die "Routiers" mit ihren Lastwagen die Depots abriegelten, um gegen die Erhöhung der Dieselpreise zu protestieren.

Die ersten Aktionen hatten um Mitternacht in Südfrankreich begonnen. Gegen 04.00 Uhr schlossen sich die Fernfahrer im Elsass, in Lothringen, im Raum Lyon, in der Auvergne und in der Bretagne den Protesten an. Mit teilweise bis zu 30 Tankwagen wurden die Zu- und Ausfahrten der Treibstoffdepots verbarrikadiert. Blockiert wurde am Morgen auch der Flughafen in Nizza. Auf der Zufahrtsstraße zu den beiden Terminals ließen die Streikenden nur noch Privatwagen passieren, während Bussen und Treibstoffzulieferern der Zugang versperrt wurde. Bauernverbände wollen zudem die Raffinerie im elsässischen Reichstett und den Ölhafen Straßburg absperren.

Das Verkehrsministerium kündigte am Montag an, den Fernfahrern Vorschläge zur Verbesserung ihrer Situation zu unterbreiten. Die französischen Spediteure fordern vom Staat eine Kompensation von mindestens 70 Centimes (21 Pfennig) pro Liter Dieselkraftstoff. Sie machen geltend, dass vor allem kleine und mittlere Betriebe durch die finanzielle Mehrbelastung an den Rand des Ruins getrieben werden. Zahlreiche Autofahrer hatten am Sonntag die Tankstellen gestürmt, um sich mit vollen Benzinkanistern gegen möglicherweise drohende Versorgungsengpässe zu wappnen.

Unabhängig von den Protestaktionen könnte ein Raffinerie-Brand in Le Havre die Treibstoff-Versorgungslage im Lande nachhaltig stören. Das Feuer war gegen Mitternacht in einem Komplex des Total-Konzerns ausgebrochen, in dem Superbenzin hergestellt wird. Verletzte gab es nicht, doch wurde der Brand vom Betreiber der Anlage als heftig beschrieben. Am frühen Morgen kämpften noch 85 Feuerwehrleute gegen das Feuer.

Verbände von Landwirten und Taxifahrern sowie die Betreiber von Krankenwagen kündigten an, sie wollten sich am Montag den Protesten der Fernfahrer anschließen.

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