Erste Runde der französischen Parlamentswahl
Haushoher Sieg für Chirac-Lager

Bei der Parlamentswahl in Frankreich hat das bürgerliche Bündnis von Präsident Jacques Chirac in der ersten Runde haushoch gewonnen.

dpa PARIS. Die gemäßigte Rechte erhielt nach gefestigten Hochrechnungen etwa 43 Prozent der Stimmen und kann nach fünf Jahren Opposition mit einer absoluten Mehrheit in der Nationalversammlung rechnen. Die Linke steckte mit etwa 37 Prozent eine herbe Wahlschlappe ein. Die Rechtsradikalen der Nationalen Front (FN) von Jean-Marie Le Pen fielen auf 11 bis 12 Prozent der Stimmen zurück. Le Pen hatte bei der Präsidentenwahl am 5. Mai noch 17,8 Prozent geholt, seine FN bei der ersten Runde der Parlamentswahl vor 5 Jahren 14,9 Prozent.

Wenn sich der Erfolg der Bürgerlichen in der zweiten Wahlrunde am kommenden Sonntag bestätigen sollte, könnte die von Chirac nach seiner Wiederwahl eingesetzte konservative Übergangsregierung von Jean-Pierre Raffarin am Ruder bleiben. Der rechtsliberale Raffarin wertete den Sieg als Bestätigung der von ihm eingeleiteten Politik. Er versprach, alle von Chirac gegebenen Wahlversprechen auch einzuhalten. Angesichts von mehr als einem Drittel Nichtwähler in der ersten Runde rief er dazu auf, beim entscheidenden zweiten Wahlgang zu den Urnen zu gehen. Nur 64,9 Prozent der 41 Millionen Wahlberechtigten stimmten ab.

Das bürgerliche Lager dürfte nach Schätzungen zwischen 380 und 446 der 577 Sitze in der Nationalversammlung erzielen. Dort liegt die absolute Mehrheit bei 289 Sitzen. Das Linksbündnis aus Sozialisten, Grünen und Kommunisten dürfte zwischen 127 und 192 Sitze erreichen. Zu einem Einbruch kam es vor allem für die Kommunisten. Grüne werden in der neuen Nationalversammlung vermutlich nicht mehr vertreten sein. Von 1997 bis 2002 hatte die Linke die Mehrheit in der ersten Kammer.

Die Rechtsextremen kamen insgesamt nach den Hochrechnungen auf bis zu 13 Prozent und könnten höchstens vier Sitze erringen. Le Pen, verurteilte das Mehrheitswahlrecht in Frankreich als "absolut antidemokratisch". Die FN wird voraussichtlich nur in 30 bis 35 Wahlkreisen bei der zweiten Runde antreten, während Le Pen vollmundig 300 vorausgesagt hatte. Im Jahr 1997 waren es noch 130.

In der ersten Runde waren mehr als 8 400 Kandidaten angetreten. Im ersten Wahlgang ist die absolute Mehrheit für den Sieg erforderlich. Am kommenden Sonntag genügt die relative Mehrheit. Mehrere Dutzend Abgeordnete schafften es gleich im ersten Anlauf, die meisten gehörten dem bürgerlichen Bündnis UMP von Chirac an. Mit einem vorläufigen Endergebnis der ersten Runde wird für Montagmorgen gerechnet.

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