Erste Runde der Kommunalwahlen
Linkes Wahlbündnis will Pariser Rathauses erobern

Der Sieg der rot-grünen Koalition mit dem sozialistischen Kandidaten Bertrand Delanoe am kommenden Sonntag würde die jahrzehntelange Herrschaft der Neogaullisten im schlossartigen Bau an der Seine beenden.

dpa PARIS. Nach der ersten Runde der Kommunalwahlen in Frankreich wollen Sozialisten und Grüne mit einem gemeinsamen Wahlbündnis das Rathaus in Paris erobern. Aus der ersten Runde am Sonntag waren die Sozialisten mit rund 31 % der Stimmen als stärkste Partei hervorgegangen. Die Grünen haben mit durchschnittlich 14 %einen unerwarteten Erfolg verbucht. Sie konnten ihren Stimmenanteil im Vergleich zu 1995 verdreifachen.

Nach einer am Montag ausgehandelten Vereinbarung sollen die Grünen bis zu 25 der insgesamt 163 Sitze im Stadtrat erhalten. Der Sieg der rot-grünen Koalition mit dem sozialistischen Kandidaten Bertrand Delanoe am kommenden Sonntag würde die jahrzehntelange Herrschaft der Neogaullisten im schlossartigen Bau an der Seine beenden.

Konservatives Lager zerstritten

Das konservative Lager mit dem bisherigen Amtsinhaber Jean Tiberi bot ein Bild tiefer Zerstrittenheit. Tiberi forderte den bürgerlichen Gegenkandidaten Delanoes, Philippe Seguin, ultimativ zu einem Zusammenschluss für die zweite Runde auf, was dieser bisher strikt zurückwies. Tiberi war wegen diverser Affären aus der Partei RPR ausgeschlossen worden. Er hatte dennoch seine Kandidatur aufrecht erhalten und damit das konservative Lager gespalten.

Im Gegensatz zu Paris konnten sich die konservativen Bürgermeister im Land gut behaupten. Eine von manchen Beobachtern angenommene "rosa Welle", getrieben auch von der erfolgreichen Wirtschaftspolitik der rotgrünen Regierung von Premierminister Lionel Jospin, blieb aus.

Die vier Minister der Jospin-Regierung, die gegen Bürgermeister des konservativen Lagers angetreten waren, scheiterten in der ersten Runde oder müssen aus einer ungünstigen Position in die Stichwahl am kommenden Sonntag. Nach den Analysen bestimmten strikt lokale Themen und ein Bonus für engagierte Amtsinhaber die Entscheidung der Wähler. Vor allem auch die Rekordzahl der Nichtwähler (33,8 %) hält die zweite Runde in vielen der knapp 37 000 Gemeinden und Städten offen.
Kommentar: Genosse Trend lässt sich in Frankreich nicht blicken

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