Erste Sondierungsgespräche
In Berlin wird auch über Rot-Rot-Grün gesprochen

In ihrem ersten Sondierungstreffen haben am Dienstag in Berlin SPD und Grüne über die von der PDS vorgeschlagene Möglichkeit eines rot-rot-grünen Bündnisses diskutiert, obwohl diese Variante noch am Tag zuvor von Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der grünen Spitzenkandidatin Sibyll Klotz verworfen worden war. Gestern sagte Klotz indes, dass die Gremien ihrer Partei über eine rot-rot-grüne Konstellation beraten würden.

gof BERLIN. PDS-Spitzenkandidat Gregor Gysi hatte diese Variante ins Spiel gebracht, um der SPD eine Regierungsbeteiligung der Postkommunisten zu erleichtern. Trotz der klaren Empfehlung von Bundeskanzler Gerhard Schröder für eine Ampelkoalition zeigte sich Gysi gestern Abend vor Beginn des ersten Sondierungstreffens zwischen PDS und SPD zuversichtlich. Die PDS habe gute Chancen, in Regierungsverantwortung zu kommen. Die SPD hatte das ursprünglich für den Mittwoch geplante Treffen mit der SED-Nachfolgepartei auf den Dienstagabend vorgezogen. Damit sollte der Eindruck vermieden werden, dass nach den vorherigen Beratungen mit Grünen und FDP die Gespräche mit der PDS nachrangig seien.

SPD-Generalsekretär Franz Müntefering betonte am Dienstag, dass die Entscheidung über das Regierungsbündnis in Berlin trotz der Empfehlung des Kanzlers alleine beim zuständigen SPD-Landesverband liege. Den Hinweis der PDS, man könne sie nicht übergehen, weil sie im Ostteil Berlins von jedem zweiten Bürger gewählt worden sei, ließ Müntefering nicht gelten. Im Westteil der Stadt hätten immerhin 93 Prozent nicht für die PDS gestimmt.

Brandenburgs Ministerpräsident Manfred Stolpe (SPD) bezeichnete sowohl eine Ampel- als auch eine rot-rote Koalition in Berlin als "ernst zu nehmende Optionen". Die in den 90er Jahren in Brandenburg regierende Ampel-Koalition habe funktioniert, bekräftigte Stolpe, der sich nach der letzten Wahl gegen Rot-Rot und für eine große Koalition mit der CDU entschieden hatte. Der Berliner Stimmenzuwachs für die PDS zeige jedoch, dass deren "Verteufelung" nur Solidarisierungseffekte auslöse. Für einen neuen Anlauf zur Länderfusion Berlin-Brandenburg sei der Wahlausgang nicht entscheidend, so Stolpe.

Die CDU muss wegen ihres schlechten Ergebnisses auf 2 Mill. DM Wahlkampfkostenerstattung verzichten und gerät damit in große finanzielle Bedrängnis.

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