Erste Tankstellenverkäufe erwartet
Shell will Deas Payback-Karte

Die Shell &Dea Oil GmbH, Hamburg, plant, die an den Dea-Tankstellen angebote "Payback-Karte" auch an den Shell-Stationen anzubieten.

beu HAMBURG. Shell & Dea prüfe derzeit die Einsatzmöglichkeiten, bestätigte gestern Jos Steenmann, Leiter des Tankstellengeschäfts. Die Payback-Karte diene in erster Linie der Kundenbindung und sei nicht vorrangig ein Rabattsystem, so Steenmann.

Ironischerweise gehörte die frühere Deutsche Shell AG zu den schärfsten Kritikern der Dea-Karte, solange Dea noch als Wettbewerber am deutschen Tankstellenmarkt agierte. Für Inhaber der von Dea im März 2000 eingeführten Rabattkarte kostete der Treibstoff an der Tankstelle einen Pfennig je Liter weniger. Die Folge war im ganzen Jahr 2000 ein harter Preiskrieg um Marktanteile.

Oswald Brockerhoff, Direktor des Tankstellengeschäfts der damaligen Deutsche Shell AG und damit Steenmans Vorgänger im Juli 2000: "Die Folgen der Rabattkarte sind verheerend. Die Ölwirtschaft insgesamt hat seit dem von der Dea angezettelten Preiskrieg rund eine Milliarde Mark verloren."

Bei den vom Bundeskartellamt geforderten Verkäufen von Tankstellen kommt Shell &Dea nach Steenmans Worten gut voran: "Wir sind sehr zuversichtlich, bereits in den kommenden Wochen von ersten Verkäufen berichten zu können." Das Bundeskartellamt hatte den Shell-Konzern bei der Übernahme der Raffinerie- und Tankstellenaktivitäten der RWE-Dea verpflichtet, sich von gut 5 % Marktanteil im Tankstellengeschäft zu trennen. Die Shell & Dea Oil GmbH hält mit rund 3 200 Stationen in Deutschland 25 % Marktanteil.

Als Käufer der ersten Tankstellenpakete sind mittelständische Unternehmen im Gespräch, betätigt Stephan Zieger, Geschäftsführer des Bundesverbandes freier Tankstellen (bft). Die von Shell & Dea geschnürten "Tankstellenpakete" umfassen bis zu 100 Stationen. Um sie bewerben sich sowohl größere Mittelständler allein als auch mehrere kleinere als Bietergruppe.

Nach dem von Shell & Dea Oil erarbeiteten Vertriebskonzept wird das neue Unternehmen im Tankstellengeschäft weiter mit den beiden Marken Shell und Dea arbeiten.

Im Shop-Geschäft, das heißt beim Vertrieb von Tabak, Nahrungs- und Gebrauchsartikel werden künftig 1300 von Pächtern geleitete Tankstellen in einem zentralen Agenturgeschäft für Name und Rechnung von Shell & Dea geführt. Dabei kommen zu den 900 Shell-Stationen, die bereits nach diesem Sysem arbeiten, 400 Dea Stationen hinzu, die unter Leitung von Pächtern stehen. Hieraus verspricht sich Steenman bei Tabakwaren Umsatzsteigerungen von 7 %, bei Nahrungsmitteln von 17 %.

Im Bereich Autowäsche und Schnellimbiss haben die Shell-Tankstellen dagegen mit ihrem zentral geführten Agentursystem im Vergleich mit Konkurrenten schlecht abgeschnitten. Als Konsequenz werden Fast Food, Autowäsche, Reparaturen und Dienstleistungen künftig wieder in der Verantwortung der Pächter liegen.

Quelle: Handelsblatt

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