Erste von drei Versteigerungen beendet
Expo bringt Inventar im Netz unter den Hammer

Viele Interessenten gaben am Mittwoch ihre Gebote für Ausstellungsstücke der Expo online ab. Doch die großen Pakete sicherten sich Bieter auf dem Expo-Gelände. Die Themenpark-Bereiche "Planet of Visions" und "21. Jahrhundert" wechselten zum Beispiel für 1,25 Mill. DM den Besitzer.

dpa/rtr/mr HANNOVER. Mit drei Schnäppchen für Nordrhein-Westfalen hat knapp eine Woche vor Expo-Ende am Mittwoch der Ausverkauf auf der Weltausstellung begonnen. Das bevölkerungsreichste Bundesland sicherte sich auf der ersten der geplanten drei Versteigerungen des Auktionshauses Troostwijk für 1,25 Mill. DM die Themenpark-Bereiche "Planet of Visions" und das "21. Jahrhundert". Dort sind unter anderem ein Paradies, das von der Decke hängt, und der Turm zu Babel zu sehen. Die Besucher der Expo standen mehrere Stunden Schlange, um einen Blick auf diese Hauptattraktionen zu werfen.



Online-Bieter belebten die Auktion

Etwa 500 Interessenten und damit nur die Hälfte der von der Expo-Gesellschaft erwarteten bis zu 1000 Besucher hatten sich bis zum Mittag in der Auktionshalle eingefunden, um ihre Angebote abzugeben. "Das Wichtigste für uns ist, dass die Großbieter vertreten sind", bemühte sich eine Expo-Sprecherin, die schwache Besucherzahl zu relativieren. Besser fiel da schon die Bilanz aus, was die Zahl der Online-Gebote angeht. Die Expo-Sprecherin sprach hier von einer "guten Beteiligung".



Wer elektronisch mitbieten wollte, brauchte allerdings etwas Vorlauf: Er musste zunächst eine Bankgarantie beschaffen und an das Auktionshaus senden. Erst danach wurde er zu der Online-Auktion zugelassen. "Die Online-Bieter haben die Auktion deutlich belebt und die Preise mit nach oben getrieben. Wir sind alles in allem durchaus zufrieden", zog die Expo-Sprecherin am frühen Mittwoch Abend ein positives Fazit. Etwa die Hälfte der Gebote sei auf elektronischem Weg gekommen, schätzte sie. Exakte Angaben zur Zahl der Online-Bieter konnte sie aber nicht nennen. Bis Mittwochmorgen sei aber der Versteigerungskatalog 32 000 Mal aus dem Netz herunter geladen worden. "Das ist ein sehr guter Wert." Die großen Pakete wurden aber allesamt von Interessenten vor Ort erworben.

Auktionator rechnet mit Erlösen in zweistelliger Millionenhöhe

Wieviel Geld die Versteigerung bis zum Abend in die leeren Expo-Kassen spülte, konnte die Expo-Sprecherin nicht sagen. "Es gibt jedenfalls keine Zielvorgaben für die Höhe des Erlöses", erklärte sie. Die Erwartungen von Cees van den Brink, dem verantwortlichen Projektleiter des vom Auktionshaus Troostwijk sind jedenfalls bescheiden: Ein zweistelliger Millionenbetrag für das gesamte Expo-Inventar werde das erwartete Defizit der Weltausstellung von bis zu 2,4 Mrd. DM nur wenig lindern, sagte er am Mittwoch.



Als erstes waren am Morgen die Teile der Ausstellung "Basic Needs" - Nummer 1 bis 87 - unter den Hammer gekommen. "Es ist eine Schande, wenn diese Objekte für ein paar DM in irgendeinem Wohnzimmer landen", sagte Hanns-Ludwig Brauser von der Projekt Ruhr GmbH des Landes Nordrhein-Westfalen. Er ersteigerte die Ausstellung für 150 000 DM für die Stadt Duisburg, die sie demnächst in einem Kindermuseum zeigen will. Nach seinen Angaben hat die Show auf der Expo rund 15 Mill. DM gekostet.



Planet of Visions und 21. Jahrhundert: "Das waren Schnäppchen"

"Das waren Schnäppchen und alles andere als ein schlechtes Geschäft", sagte Brauser nach der Versteigerung. Schließlich hätten der "Planet of Visions" und das "21. Jahrhundert" die Expo-Gesellschaft rund 70 Mill. DM gekostet. Wo die beiden Ausstellungen demnächst zu sehen sein werden, sei noch offen. "Ein Interessent ist die Stadt Bochum." Zusammen mit dem Cologne Science Center soll die Ausstellung erhalten und weiter entwickelt werden.

Während sich für die berühmten Entspannungsliegen aus dem Themenpark "Gesundheit" kein Gesamt-Käufer fand - sie gingen zum größten Teil für 2 000 bis 5 000 DM an Einzelpersonen - gehen die mindestens ebenso bekannten Robotereier des Themenparks "Wissen" für 300 000 DM an die Stadt Oberhausen. Gemeinsam mit dem Expo-Themenparkleiter Martin Roth will die Stadt nahe des Einkaufszentrums "Centro" einen neuen Themenpark errichten. "Ein Grundstock dafür sollen die Robotereier sein", sagte Ralf Hüttemann von der Beteiligungsgesellschaft der Stadt. Er zeigte wenig Verständnis für eine Versteigerung der Expo-Attraktionen. "Wir hätten uns ein anderes Vergabeverfahren gewünscht, das der Nachfolgenutzung für die Öffentlichkeit mehr Beachtung schenkt."



Zwei weitere Auktionen geplant

Die zweite Versteigerung ist für den 7. und 8. Dezember geplant. Dann sollen unter anderem Klimageräte, Straßenbeleuchtung, Kioske, ein erster Teil der Büromöbel, Computer und Gemälde an den Mann gebracht werden. Für das komplette IT-Equipment und das restliche Mobiliar kann schließlich am 20. Januar geboten werden. Die detaillierten Versteigerungskataloge können jeweils etwa eine Woche vor Beginn der Auktion online bei Troostwijk abgerufen werden. Am letzten Tag der Weltausstellung, am kommenden Dienstag, werden zudem die Pavillons von Monaco, Jemen, Polen, Ungarn und Tschechien versteigert.

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