Erster Anwendungsfall für Bonusregelung
Preiskartell im Papiergroßhandel aufgedeckt

Das Bundeskartellamt hat zum ersten Mal auf Grund von Hinweisen aus Unternehmen ein Preiskartell aufgedeckt und verdächtigt vorerst sieben Papiergroßhändler in Nordrhein-Westfalen der Preisabsprache.

Reuters BONN. "Wir haben mit dem Verfahren einen ersten wichtigen Anwendungsfall der Bonusregelung", sagte Kartellamtspräsident Ulf Böge am Donnerstag in Bonn. Die vor zwei Jahren eingeführte Bonusregelung der Behörde sieht vor, dass reumütigen Kartellsündern, die mit dem Amt zusammenarbeiten, eine Befreiung von Geldbußen in Aussicht gestellt wird.

Bei dem nun laufenden Verfahren gegen sieben Papiergroßhändler in Nordrhein-Westfalen könne am Ende ein "zweistelliger Millionen-Betrag" als Bußgeld wegen Preisabsprachen herauskommen. Das Amt wirft den Großhändlern vor, bei Bilderdruckpapier, Offset-Papier und Selbstdurchschreibpapier die Preise abgesprochen zu haben. Namen der betroffenen Firmen nannte der oberste deutsche Wettbewerbshüter nicht. Er kündigte aber an, das Verfahren werde voraussichtlich am Jahresende abgeschlossen werden.

Schon vor zwei Jahren waren nach Böges Worten bundesweit Firmensitze und Wohnungen von leitenden Mitarbeitern der Papiergroßhändler durchsucht worden. Im Zuge der Ermittlungen sei sich die Behörde nun sicher, dass Mitglieder eines Regionalkartells in Nordrhein-Westfalen bei drei Papiersorten zwischen 1996 und April 2000 Preise abgesprochen hätten. Der Kartellamtschef schloss nicht aus, dass es in Deutschland in dieser Branche insgesamt sieben Regionalkartelle geben könnte. Das Amt vermutet auch Regionalkartelle in Hannover, Frankfurt, Nürnberg, Stuttgart und München. Böge ermunterte die Mitarbeiter der dort ansässigen Papiergroßhändler zur Zusammenarbeit mit der Behörde.

Nach Angaben des Leiters der zuständigen Beschlussabteilung, Franz Heistermann, setzt die Papiergroßhandels-Branche in Deutschland im Jahr rund 3 Mrd. ? um.

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