Erster BSE-Fall in Kanada eröffnet nach Expertenmeinung günstige Einstiegsgelegenheit in die Aktie
Analysten sehen Chancen bei McDonald’s

Erneut schlechte Nachrichten für McDonald?s: Als am vergangenen Dienstag der erste BSE-Fall Kanadas gemeldet wurde, gab die Aktie der weltgrößten Fast- Food-Kette zum ersten Mal im laufenden Jahr deutlich nach. Doch viele Analysten bei US-Banken sehen die Lage weiterhin gelassen.

NEW YORK. Bei knapp über 17 Dollar und damit mehr als 40 Prozent unterhalb des Zwölfmonatshochs vom vergangenen Mai tendiert ihr Kurs nur noch. In den USA ist bislang noch kein Fall der tödlichen Rinderseuche aufgetreten. Anleger zeigten sich umso beunruhigter, dass der Erreger nun über die Staatsgrenze gelangen könnte. Doch viele Analysten bei US-Banken sehen die Lage weiterhin gelassen. "Das Risiko werden eher Probleme mit ungünstigen Schlagzeilen sein als Probleme beim Angebot", sagt Howard Penney von Suntrust Robinson Humphrey. Denn das Fleisch des Tieres sei nicht in die Nahrungskette gelangt.

Andere Experten weisen darauf hin, dass der kanadische Markt rein rechnerisch keine große Bedeutung für das Unternehmen hat, da nur rund 4 % der weltweiten Erträge von dort stammen. McDonald?s selbst wies zudem in einer Presseerklärung darauf hin, dass die Filialen in den USA kein Rohfleisch von kanadischen Rindern verwenden.

Unter Umständen könnte der aktuelle Preissturz sich sogar vorteilhaft für die Anleger auswirken, erwartet Analyst Mitchell Speiser von Lehman Brothers: "Die Kursschwäche auf Grund der BSE-Angst ist übertrieben und schafft eine gute Einstiegsgelegenheit." Aus diesem Grund erhöhte Speiser sogar am Mittwoch sein Anlageurteil auf "übergewichten". Die Gründe dafür liegen in der jüngeren Vergangenheit: Bei der Fischkette Red Lobster erkrankten Hunderte an einer Salmonelleninfektion, ein Gast starb sogar. Eine Woche später hatte sich die Aktie bereits wieder vollständig von den Verlusten erholt. Speiser rechnet damit, dass McDonald?s zum Jahresende wieder bei rund 21 Dollar notieren wird.

Andere Faktoren deuten ebenfalls darauf hin, dass die mageren Zeiten bei McDonald?s möglicherweise bald überstanden sind. Mitte des Monats veröffentlichte der Burgerbrater erstmals seit über einem Jahr eine verbesserte Inlandsbilanz und steigerte gleichzeitig den Gesamtumsatz um 8 Prozent auf 3,6 Mrd. Dollar. "Eine der besten Leistungen für das Inlandsgeschäft seit vielen Monaten und besser als einige andere Fast-Food-Konkurrenten", lobte Allan Hickok von US Piper

Einer der wichtigsten Faktoren für die Zugewinne dürfte das verbesserte Salatangebot sein, mit dem McDonald?s seit kurzem ernährungsbewusste Kunden lockt. Dennoch wird es noch eine Weile dauern, bis sich die Geschäftsleitung zurücklehnen kann. "McDonald?s wird nicht jeden Monat eine neue Produktreihe einführen, und die Erfolge der längerfristigen Initiativen zeigen sich bislang noch nicht", sagt Janice Meyer von Credit Suisse First Boston, die McDonald?s trotzdem zurzeit mit "outperform" bewertet. Zudem lassen die Wachstumszahlen auf internationaler Ebene zu wünschen übrig, sagt Allan Hickok. Gerade dort versprach sich McDonald?s zuletzt gutes Wachstum.

Quelle: Handelsblatt

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