Erster Camcorder für HDTV im Konsumbereich: Innovationen müssen bei JVC alte Märkte ersetzen

Erster Camcorder für HDTV im Konsumbereich
Innovationen müssen bei JVC alte Märkte ersetzen

Der erste Digital-Camcorders für hochauflösende Videoaufzeichnungen im Konsumentenbereich soll den japanischen Elektronikkonzern Victor Company of Japan Ltd. (JVC) im Innovationswettlauf wieder nach vorn bringen.

HB HANNOVER. Die GR-HD-1 soll voraussichtlich Mitte des Jahres für rund 4000 Euro in einer PAL-Version vorgestellt werden und ist auch für JVC Deutschland ein Hoffnungsträger.

Plasma-TV-Geräte können heute viel höhere Bildauflösungen darstellen, als das normale TV-Signal liefern kann. Im Gegensatz zu Japan oder den USA gibt es jedoch in Deutschland noch keine adäquaten HDTV (High Definition) Programme. Normales PAL-TV hinterlässt auf Großbildschirmen einen eher schalen Eindruck. Die GR-HD-1 soll dem Videofilmer nun die Möglichkeit geben, selber die hohen Standards für sein Heimkino zu setzen.

Für Hidetoshi Yoshida, Deutschland-Chef von JVC, sind es innovative Produkte wie diese, die helfen werden, auf dem extrem hart umkämpften Markt für Konsumelektronik zu überleben: Märkte besetzen, noch bevor sie existieren. Der 46-jährige Yoshida leitet JVC Deutschland seit fünf Jahren. Seitdem hat sich der Umsatz "knapp verdoppelt", sagte er dem Handelsblatt.

Nach Handelsblatt-Informationen liegt der Deutschland-Umsatz von JVC bei rund 300 Mill. Euro, was JVC auf Anfrage allerdings mit Hinweis auf die Unternehmenspolitik nicht kommentieren wollte. Man veröffentliche grundsätzlich keine regionalen Unternehmenszahlen, heißt es.

JVC, zu 52,4 % im Besitz der Matsushita Electric Industrial Co., macht eine tief greifende Reorganisation durch. Nach einem Rekordverlust von 44,6 Mrd. Yen (rund 377 Mill. Euro) wird für das laufende Geschäftsjahr (zum 31. März) dank massiver Kostensenkungen und Umstrukturierungen wieder ein Nettogewinn von 6 Mrd. Yen erwartet. JVC ist traditionell stark in den Bereichen Audio (klassische Hi-Fi-Komponenten) und Video (VHS). Beide Märkte befinden sich aber in einem drastischen Abwärtssog. Außerdem gehören zum Matsushita-Konzern auch Marken wie Panasonic und Technics, mit denen sich das JVC-Angebot oft überschneidet. Um eigenständig zu überleben, braucht JVC ein eigenes Profil, sagen Analysten.

"Im TV-Bereich waren wir zu schwach", sagt Yoshida, "das haben wir geändert." Sehr gut laufe Car-Audio, 2002 wurde mit einem Minilaptop der Einstieg in den IT-Bereich vollzogen. Jetzt konzentriere sich JVC auf "High-Quality-Audio- und Video" unter Einbindung von Computer-Technologie. "Wir wissen im Gegensatz zu IT-Firmen, was die privaten Kunden wollen." Diesen Vorteil gegenüber PC-Firmen, die in JVCs Heimmarkt drängen, werde man konsequent ausspielen. Ein Einstieg in den Handymarkt sei nicht geplant.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
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