Erster Dämpfer für Rostock - Bochum bleibt dran
Bayern enteilen der Konkurrenz

Unter dem Bayer-Kreuz und in der Pfalz geht die Angst um, die Fußball-Bundesliga rätselt über ihre Sorgenkinder Bayer Leverkusen und 1. FC Kaiserslautern.

dpa DÜSSELDORF. Unter dem Bayer-Kreuz und in der Pfalz geht die Angst um, die Fußball-Bundesliga rätselt über ihre Sorgenkinder Bayer Leverkusen und 1. FC Kaiserslautern. Für Nationalspieler Bernd Schneider ist der Sinkflug der Leverkusener nach dem 2:3 bei Werder Bremen "beängstigend", von "Verzweiflung", einem "tiefen Tal" und "nach unten schauen" ist die Rede. Noch brisanter ist die Situation bei den "Roten Teufeln": Das 0:0 gegen 1860 München bedeutet den schlechtesten Saisonstart, mit drei Punkten aus sechs Spielen verharren die Lauterer auf dem letzten Platz.

Ganz oben geht alles seinen gewohnten Gang. Top-Favorit Bayern München enteilt der Konkurrenz auch ohne meisterliche Leistung. Das 3:1 gegen Energie Cottbus war lange Zeit Quälerei, die aber nach Ansicht des überragenden Michael Ballack ihren Wert hat: "Das sind Spiele, die man gewinnen muss, wenn man Meister werden will." Die "gewaltige Reaktion", die Trainer Ottmar Hitzfeld nach dem 2:3 in der Champions League gegen La Coruna forderte, wurde indes vertagt, "jeder weiß, was die Stunde geschlagen hat", sagte Thorsten Fink vor der "Königsklassen"-Partie bei RC Lens.

Mit "schweren Beinen und schwerem Kopf", so Matthias Sammer, greift auch der Meister langsam wieder an. Der Chef-Übungsleiter von Borussia Dortmund war nach dem 1:0 bei Hansa Rostock "erst einmal froh, dass wir gewonnen haben". Jetzt wollen die BVB-Profis auch international nachlegen und das 0:2 bei Arsenal London gegen AJ Auxerre revidieren: "Wir fühlen uns am Stolz gepackt, der Europapokal ist für uns jetzt eine Frage der Ehre", sagte Christoph Metzelder. Hansa-Coach Armin Veh beklagte nach der zweiten Saisonniederlage, dass "einfach das Ergebnis nicht gestimmt hat".

Auf den Fersen bleibt auch der deutsche Pokalsieger Schalke 04 den Bayern aus München. Mit dem 2:1 im Lokal-Derby gegen Borussia Mönchengladbach bleiben die Königsblauen im sechsten Saisonspiel ohne Niederlage und kletterten auf den dritten Tabellen-Rang.

In Leverkusen stimmt derzeit gar nichts, vor der "Todeswoche" (Manager Reiner Calmund) hat sich laut Trainer Klaus Toppmöller "alles gegen uns verschworen". 2:6 in Piräus, 2:3 in Bremen, Manchester United in der Champions League (Dienstag) und Bayern München in der Bundesliga (Samstag) als kommende Aufgaben - die Lage für den Vizemeister wird bedrohlich. "Da kommt man nicht so einfach wieder raus", zeigte sich Bernd Schneider besorgt. Bei Werder dagegen sieht Trainer Thomas Schaaf nach dem besten Bundesliga-Start der Nach-Rehhagel-Ära "eine Bestätigung für unsere Arbeit".

Bei Tabellenschlusslicht 1. FC Kaiserslautern machte Torhüter Georg Koch mit dem 0:0 gegen die Münchner "Löwen" zwar eine "hundertprozentige Steigerung" aus, doch zum ersten Sieg unter dem neuen Trainer Eric Gerets reichte es wieder nicht. Stattdessen gab es neuen Wirbel: Ciriaco Sforza ließ sich von Gerets für die Partie frei stellen, der Name des Schweizers stand dennoch auf dem Spielberichtsbogen. Ein Abstimmungsfehler, musste Kaiserslauterns Generalbevollmächtigter René C. Jäggi einräumen, während der Coach bereits Durchhalteparolen ausgibt: "Wir müssen Monate lang hart arbeiten, um da unten raus zu kommen."

Dürftig ist auch die Bilanz des Hamburger SV. Mit dem 0:2 bei Hertha BSC Berlin gab es die vierte Saisonniederlage und drastische Worte: "Jetzt müssen wir irgendwann den Arsch nach oben kriegen", sagte HSV-Keeper Martin Pieckenhagen. Die Hamburger Fans hatten ihren Sündenbock zu diesem Zeitpunkt schon gefunden: "Jara raus"-Rufe machten die Runde. HSV-Coach Kurt Jara gerät unter Druck, der für seinen Kollegen Klaus Augenthaler mit dem 2:0-Sieg des 1. FC Nürnberg beim VfL Wolfsburg nachließ. "Wir haben jetzt ein bisschen Luft", sagte "Club"-Torhüter Darius

Im Aufsteigerduell zwischen Hannover 96 und dem VfL Bochum, der weiter an der Spitze dran bleibt, verhinderte Filip Tapalovic mit dem 2:2-Ausgleich 100 Sekunden vor dem Abpfiff den ersten Bundesliga- Heimsieg der Niedersachsen seit 13 Jahren. Den ersten Saisonerfolg gelang dem VfB Stuttgart mit 3:0 gegen den dritten Aufsteiger Arminia Bielefeld. "Mann des Tages" war der dreifache Torschütze Kevin Kuranyi.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%