Erster Deutscher an der Spitze eines japanischen Unternehmens
Eckrodt übernimmt das Ruder bei Mitsubishi

Die Aktionärsversammlung des japanischen Autobauers billigte am Dienstag in Tokio Eckrodts Ernennung zum neuen Präsidenten.

WiWo/AP. Als Ersten Vizepräsidenten bestätigte die Aktionärsversammlung Eiji Iwakuni, der zuvor die japanische Niederlassung des amerikanischen Automobilunternehmens Ford geleitet hatte. Er soll vor allem für den inländischen Fahrzeugverkauf zuständig sein.

Mit dem 60-Jährigen steht erstmals ein Deutscher an der Spitze eines japanischen Unternehmens. Eckrodt, der vom deutschen Partnerunternehmen Daimler-Chrysler nach Japan geschickt worden war, löst Takashi Sonobe ab, der künftig dem Aufsichtsrat vorstehen wird.

Der neue Präsident bezeichnete sein Amt als große Ehre und riesige Verantwortung. Eckrodt war bislang als so genannter Chief Operating Officer die Nummer zwei in der Führungsspitze und für das Tagesgeschäft bei den Japanern zuständig.

Daimler-Chrysler hält 37,3 Prozent der Anteile von Mitsubishi Motors. Eckrodt soll das krisengeschüttelte japanische Partnerunternehmen wieder in die Gänge bringen, wobei er schon erste Erfolge verbuchen konnte.

Nach drei Verlustjahren hatte Mitsubishi Motors im kürzlich abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals wieder Gewinn eingefahren. Der Nettogewinn betrug 11,3 Milliarden Yen (97,25 Millionen Euro). Dabei machte sich vor allem das von Daimler-Chrysler verordnete Kostensenkungsprogramm bemerkbar. Unter anderem baute Mitsubishi seit 2000 rund zwölf Prozent seiner Stellen ab. Die Zahl der Beschäftigten sank von 73.100 auf mittlerweile rund 64.000. Eine Produktionslinie in Japan wurde geschlossen und die Schulden verringert.

Mitsubishi hatte in den vergangenen Jahren vor allem mit massiven Qualitätsproblemen zu kämpfen. Der Absatz hatte sich im Geschäftsjahr 2001/2002 auf 1,41 Millionen Fahrzeuge verringert, nach 1,44 Millionen im Vorjahr. Vor allem auf dem Heimatmarkt hatte der Autobauer in der Vergangenheit mit Imageproblemen zu kämpfen, nachdem er vor zwei Jahren einräumen musste, Mängel an Fahrzeugen über Jahre systematisch vertuscht zu haben.

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