Erster "Dreierpack" in der Bundesliga
Klose bezwang Hertha im Alleingang

Fast im Alleingang hat Miroslav Klose mit seinem "Dreierpack" für den 4:2-Sieg des 1. FC kaiserlautern über Hertha BSC Berlin gesorgt. Damit kehrte an den Betzenberg das "Betzenberg-Feeling" zurück. Pfälzer Fans unter den 33200 Zuschauern feierten nach einem völlig verrückten Fußballspiel den Star des Abends.

HB KAISERSLAUTERN. Die Saisontore 7 bis 9 (46./68./79.) des 25-jährigen Nationalstürmers drehten zusammen mit dem ersten Saisontreffer des Kameruners Bill Tchato (77.) eine denkwürdige Partie, in der sich die Berliner nach Toren von Rafael (37.) und dem Eigentor von FCK-Kapitän Aleksander Knavs (45.) verfrüht auf der Siegesstraße wähnten.

"Ich freue mich über die drei Tore, mehr auch nicht. Wichtig war, dass wir nach den beiden Hertha-Toren aus dem Nichts weiter an uns geglaubt haben und die Fans unser 12. Mann waren", meinte der stille Star, dem ein "Dreier" bisher nur im Nationalteam gelungen war. Der Tore-Garant schürte nach seiner Galavorstellung indessen auch wieder Gerüchte über einen vorzeitigen Wechsel zu einem Groß-Club noch während der Winterpause.

"Noch spiele ich beim FCK, solange will ich meine Tore schießen. Noch schließe ich einen Wechsel aus. Was letztlich passiert, steht in den Sternen. Das ist alles noch mein Geheimnis, das geht niemanden etwas an", sagte Lauterns Hoffnungsträger Nummer 1 im Abstiegskampf ebenso viel wie nichts sagend. FCK-Trainer Erik Gerets pickte sich das Positive dieser Äußerungen heraus. "Wenn er gesagt hat, dass er einen Wechsel in der Winterpause ausschließt, dann erfüllt mich das mit Freude und dann will ich auch daran glauben", meinte der 49- jährige Belgier.

Von Borussia Dortmund umworben

Gerets traut seinem Juwel sogar den Titel des Torschützenkönigs der Bundesliga zu. Mit neun Treffern in 13 Spielen hat Klose bereits ebenso viel Tore erzielt wie in der gesamten letzten Saison. Auch FCK-Vorstandschef René C. Jäggi hält sich über Kloses naher Zukunft bedeckt. "Uns liegt weder ein mündliches noch ein schriftliches Angebot vor", meinte der Schweizer, im Zwiespalt zwischen sportlicher Rettung und wirtschaftlichen Zwängen. Denn bei einem Wechsel in der Winterpause würde der finanziell klamme FCK ein paar Millionen mehr als die für das Saisonende festgeschriebene Ablösesumme von fünf Millionen Euro kassieren.

Einen wie den offensichtlich von Borussia Dortmund am meisten umworbenen Klose hätten die Berliner bitter nötig gehabt. Auch wenn der 19-jährige Angolaner Rafael, der für den mit "dickem Hals" auf der Bank schmorenden Nationalstürmer Fredi Bobic in der Startformation stand, seine Sache gut machte. "Zwei Strafraumstürmer wären zu viel gewesen", rechtfertigte Hertha-Coach Huub Stevens diese Maßnahme.

Der erneut stark unter Druck geratene Niederländer haderte vor allem mit seiner Abwehr, die sich bei Lauterns fulminantem Sturmlauf als "Hühnerhaufen" präsentierte. "Fußball besteht nicht nur aus Tore schießen, sondern auch aus Verteidigung", tadelte Stevens. Dessen Verteidigung übernahm wieder einmal Manager Dieter Hoeneß, der die individuellen Fehler von Torwart Gabor Kiraly beim 1:2 ("den muss er mit der Mütze halten") und Josip Simunic beim 2:2 ("den Ball muss er auf die Tribüne hauen") kritisierte.

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