Erster Film im November 2001 im Kino.
"Potter-Mania" überall - Weltweit 5 Millionen Vorbestellungen

Alle bisherigen Verkaufsrekorde für Kinderbücher wurden innerhalb weniger Stunden eingestellt.

dpa LONDON/NEW YORK. Eine neue spannende Geschichte um den 14 Jahre alten Zauberlehrling Harry Potter hat am Wochenende alle bisherigen Verkaufsrekorde für Kinderbücher innerhalb weniger Stunden eingestellt.

Das Buch der britischen Autorin Joanne K. Rowling, das vierte einer 1997 begonnenen Potter-Reihe, wurde in New York mit Flugzeugbannern und Leuchtschriften ("Schluss mit dem Warten") empfangen. In Großbritannien warteten Tausende von Kindern in Buchläden, die eigens geöffnet blieben, auf das Heranrücken der mitternächtlichen Geisterstunde und den Verkaufsbeginn des Buches "Harry Potter and the Goblet of Fire" (etwa: Harry Potter und der Feuerkelch).

Für die neuen Geschichten aus dem Leben des verwaisten Zauberlehrlings liegen weltweit fünf Mill. Vorbestellungen vor. Die Erstauflage brach in Großbritannien mit einer Million alle bisherigen Rekorde. In den USA wurden bereits 3,8 Mill. Bücher gedruckt - das 40-fache eines "normalen Bestsellers". Buchhändler in London berichteten, sie hätten pro Stunde 100 Potter-Bücher verauft. "Ich bin seit 20 Jahren im Buchhandel und habe so etwas noch nie erlebt", sagte Buchhändlerin Linda Tyson in Manchester. Eine Buchhandlung am Londoner Piccadilly verkaufte in fünf Stunden rund 1 200 Bücher.

Kinofilm startet November 2001



"Es ist kaum zu glauben, dass eine einzige Buchserie fast das gesamte Land zum Lesen zurückgebracht hat", sagte Caroline Ward, Präsidentin des Amerikanischen Verbandes der Kinderbuch- Bibliothekare. Die Stadt New York erwarb 900 Exemplare und verteilte sie an ihre Bibliotheken. Experten glauben, dass die "Pottermania" in den USA mindestens bis zum November 2001 anhält, wenn der erste Film über den Waisenjungen mit den magischen Kräften in die Kinos kommt.

J.K. Rowling, die ihre Vornamen für das erste Potter-Buch abkürzte, weil der Verlag meinte, Jungs läsen keine Abenteuerbücher von einer Frau, bezeichnete die Nachfrage nach ihrem neuesten Werk als "völlig verrückt". Ihr erstes Potter-Buch war noch von neun Verlagen abgelehnt worden. Die einst mittellose Schriftstellerin hat nach vorsichtigen Schätzungen bisher etwa 15 Mill. Pfund (knapp 50 Mill. DM) an ihren Büchern verdient.

Die Autorin war am Samstag von Hunderten von Kindern auf dem - gemäß dem Buch so benannten - "Bahnsteig 9 3/4" des Londoner Bahnhofs King's Cross empfangen worden, wo sie einige Exemplare signierte. "Ich bin überrascht", sagte sie den Kindern. "Oder stellt Euch ein noch stärkeres Wort vor und verdoppelt es." Rowling plant insgesamt sieben Potter-Bände.

Deutsche Ausgabe erscheint im Oktober



Viele Leser in Deutschland mochten das Erscheinen der deutschen Ausgabe im Oktober offenbar nicht abwarten: "Die Kinder standen schon vor der Öffnung vor der Tür", sagte der Geschäftsführer einer Frankfurter Buchhandlung. Auch große Münchner Buchgeschäfte verzeichneten einen bei einer Original-Ausgabe bisher noch nie erlebten Ansturm auf das Werk. Die deutsche Startauflage soll 350 000 Exemplare betragen und erscheint im Hamburger Carlsen Verlag.

Die Spannung auf das neue Buch von J.K. Rowling war durch eine strikte Geheimhaltungspolitik und die Ankündigung, eine der Hauptpersonen werde sterben, gesteigert worden. Die Londoner Zeitung "The Times" druckte am Samstag als Aufmacher auf der Titelseite die erste Buchbesprechung des neuen Werkes. "Ist es gut? Und ob es das ist", befand die Kritikerin. Die Story sei spannend und witzig geschrieben. Welche Hauptperson ganz am Ende des Buches sterben wird, verriet auch die "Times" nicht: "Es ist nicht die, die Sie meinen."

Der Kritiker der Sonntagszeitung "The Observer" meinte, das neue Buch um den Feuerkelch sei eine ungeheuer spannende Geschichte, die den Leser nicht mehr loslasse. Sprachlich sei das Buch jedoch "so schal und englisch wie abgestandenes Bier". Harry Potter fehle es an "Tiefe" und "Subtilität". Er schloss seine Kritik mit den Worten: "Frau Rowling wird auf dem Weg zur Bank darüber lachen."

Amazon verkaufte bereits 400 000 Bücher



Allein der Internet-Buchhändler amazon.com hat bereits 400 000 Exemplare des Buches verkauft. Am Samstag brachte allein dieses Unternehmen 53 Tonnen des neuesten Bandes in Großbritannien auf den Weg. Am Londoner Piccadilly Circus hielt eine große Buchhandlung das Geschäft bis 01.00 Uhr offen, um 200 Kinder nicht auf den neuen Potter warten zu lassen. "Ich mag diese Geschichten, denn sie sind magisch und man weiß nicht, was als nächstes passieren wird", sagte Charlotte Parfitt (9) aus Hampstead.

Von den bisherigen drei Potter-Bänden sind in den vergangenen zwei Jahren in deutscher Sprache 1,7 Mill. Exemplare verkauft worden. Seit Monaten führen sie die Spiegel-Bestsellerliste an. Die weltweite Auflage beträgt nach Angaben des Bloomsbury-Verlags in London 30 Mill.. Bisher wurden die Bücher in 32 Sprachen übersetzt.

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