Erster Flug war für 9.50 Uhr geplant
Lufthansa fliegt wieder in die USA

Die Deutsche Lufthansa hat ihre Flüge in die USA am Samstag wieder aufgenommen. Wie das Unternehmen in Frankfurt am Main mitteilte, liegt eine entsprechende Genehmigung der amerikanischen Behörden vor.

rtr/ap/dpa FRANKFURT/ZÜRICH. Die ersten Lufthansaflüge haben sich am Samstag immer wieder verzögert. Obwohl schon am Morgen die ersten Maschinen von Frankfurt aus starten sollten, war bis zum Mittag noch keines der 21 geplanten Flugzeuge in der Luft. Die Lufthansa begründete das mit den ungewöhnlich scharfen Sicherheitsmaßnahmen und den vielfachen Kontrollen. Mehrere Maschinen amerikanischer Gesellschaften waren unterdessen bereits wieder in die USA unterwegs.

Intensive Sicherheitskontrollen

Das Gepäck der Lufthansa-Passagiere werde zunächst vor dem Einchecken durchleuchtet und danach noch einmal jedes einzelne Gepäckstück von Hand geöffnet und durchsucht. Anschließend folge die übliche Sicherheitskontrolle mit der Durchleuchtung des Handgepäcks, und schließlich werde kurz vor dem Einsteigen in die Maschine nochmals jedes Handgepäckstück von Mitarbeitern der Fluggesellschaft durchsucht.

Auf dem Frankfurter Flughafen warteten am Samstag Tausende von Menschen auf ihre Abflüge in die USA. Vor den Schaltern der Fluggesellschaften bildeten sich lange Schlangen. Die Lufthansa hat für die Reisenden in die Vereinigten Staaten einen gesonderten Sektor mit Schaltern eingerichtet, wo die Menschen geduldig die Prozedur des Eincheckens und die Sicherheitsmaßnahmen über sich ergehen ließen.

Von den Flugzeugen, die sich zur Zeit des Terroranschlags auf dem Weg in die USA befanden und zu Flughäfen in Kanada umgeleitet wurden, sind bis Samstag acht nach Deutschland zurückgekehrt. Zwei Maschinen standen am Samstag immer noch auf dem neufundländischen Ausweichflugplatz Gander und warteten auf ihre Weiterfluggenehmigung.

Auch Swissair und Balair fliegen wieder

Auch die Schweizer Fluggesellschaften Swissair und Balair nehmen am Samstag ihre USA-Flüge wieder auf. Wie die Swissair Group bekannt gab, sollen wieder alle Flüge in die USA gemäß Flugplan durchgeführt werden. Die amerikanischen Luftfahrtbehörden hätten in der Nacht auf Samstag bestätigt, dass die Sicherheitsmaßnahmen von Swissair und Balair die neuesten, nach den Terroranschlägen erhobenen Bestimmungen erfüllten. Die neuen verstärkten Sicherheitsauflagen verlangten unter anderem eine genaue Kontrolle des Reise- und Handgepäcks. Dadurch sei mit wesentlich längeren Check-in-Zeiten und verspäteten Abflügen zu rechnen, erklärte Swissair.

Seit Dienstag mehr als 100 Ausfälle

In den Tagen zuvor hatte die Lufthansa alle ihre geplanten Amerika-Flüge streichen müssen, womit sich die Zahl der Ausfälle seit Dienstag auf mehr als 100 belief. Die amerikanischen Behörden hatten den seit den Anschlägen gesperrten US-Luftraum am Donnerstag nur für heimische Fluglinien wieder freigegeben. Am Freitag hoben von Deutschland aus die ersten Flugzeuge amerikanischer Gesellschaften, die seit der Sperrung des US-Luftraums fest saßen, in Richtung USA ab. Die Lufthansa konnte immerhin erstmals wieder seit drei Tagen zwei Flüge nach Kanada anbieten. Mittlerweile nach Deutschland zurückkehren konnten auch die ersten der in Kanada auf Grund der US-Sperrung gestrandeten Lufthansa-Maschinen, wie es hieß. Die Lufthansa hatte nach eigenen Angaben Betreuungsteams nach Kanada geschickt, wo noch einige Hundert Passagiere - darunter auch Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) - fest saßen.

55 000 Betroffene

Von den insgesamt mehr als 100 Streichungen aller Nordamerika-Flüge seit Dienstag sind bisher insgesamt rund 55 000 Passagiere betroffen. Unter anderem in Folge der verschärften Sicherheitsvorkehrungen bauten sich im Frankfurter Flughafen erneut lange Menschenschlangen vor den Schaltern und Kontrollschleusen auf. Die meisten Passagiere brachten aber weiterhin Verständnis für die besondere Situation auf. Der Flughafenbetreiber Fraport rief Reisende erneut dazu auf, sich über Flugplanänderungen zu informieren und auf Grund der schärferen Kontrollen früher als üblich anzureisen. Am Mittag trat während der dreiminütigen Gedenkpause, zu der die Europäischen Union aufgerufenen hatte, auch in der großen Schalterhalle des Flughafens Stille ein.

Auch bei der Frachttochter Lufthansa Cargo wird es nach Aussagen eines Sprechers am Wochenende keine Frachtflüge ihrer Boeing-747-200 - und MD-11-Maschinen in die USA, Kanada und Japan geben. "Die Lage ist schlecht. Transatlantik (-fracht) macht 40 Prozent unseres Geschäfts aus," sagte Lufthansa-Cargo-Sprecher Dietrich Seidl der Nachrichtenagentur Reuters. Nach Japan gebe es keine Flüge, da die Maschinen in Fairbanks in Alaska neu betankt würden. Lufthansa Cargo gilt als Weltmarktführer im Luftfrachtgeschäft.

Zwischenzeitlich öffneten eine ganze Reihe von US-Flughäfen wieder. Eine ständig aktualisierte Liste der den neuen Sicherheitsvorkehrungen entsprechenden Flughäfen veröffentlicht die amerikanische Luftraumbehörde Federal Aviation Administration im Internet.

Weitere Informationsquellen:

Fluggesellschaften:

Air France : 0033 / 800 800 812

American Airlines : 01803/24 23 24

Austrian Airline: +43 (0) 1 68 093

British Airways : +44 191 490 7901

Canada 3000: Hier wird keine Hotline angeboten. Auf den Internetseiten ist aber zu lesen, dass Tickets, die für den 11. oder 12. September ausgestellt waren in dem Zeitraum von 60 Tagen umgetauscht werden können.

Delta Airlines: 0180 - 333 7880

Deutsche Lufthansa : 01803/803 803. Für Reisende des Unternehmens wurde eine weitere Telefon-Hotline unter der Nummer 0800/100 94 99 eingerichtet. Auf der Homepage können auch die umgeleiteten bzw. zurückgekehrten Flüge von gestern abgerufen werden.

Iberia : 01803 000613

KLM :+31 (0)20 - 4747747. KLM weist dringend darauf hin, dass Passagiere der gestrichenen Flüge nicht zum Flughafen Schiphol in Amsterdam kommen sollen.

Swissair: 0800 707 507, weitere Hotlines werden von der Flugesellschaft unter folgenden Nummern angeboten: +41 1 253 4895 oder +41 22 710 8880

United Airlines : in Amerika: 001-800-9 32-85 55; in Deutschland 069/ 66985407

US Airways : 0180 - 3000 609. US Airways verpflichtet sich, nicht genutze Ticket zurück zuerstatten. Erstattet werden Tickets für: US Airways, US Airways Express, US Airways Shuttle, and MetroJet. Die Möglichkeit Fragen bzgl Ihrer Tickets zu stellen erhalten Sie hier.

Bahn:

Deutsche Bahn: 01805/99 66 33

Reiseveranstalter:

Thomas Cook : 01803/100 380

Preussag/TUI : 0511/5 67 89 00

Das Auswärtige Amtin Berlin hat nach den Terroranschlägen in den USA ein Sondertelefon eingerichtet.

Die Telefonnummer des Auswärtigen Amts für Bürgeranfragen lautet: 0 18 88 / 17 46 00

Für Anrufe aus dem Ausland: 00 49 / 228 / 17 46 00

Bisher können nur die Daten der Anrufenden sowie der Gesuchten aufgenommen werden. Auf Wunsch werden vom Auswärtigen Amt auch Passagierlisten von Airlines abgeglichen.

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