Erster Kurs 52,70 $
Deutsche Bank startet an der Wall Street

Die Aktien der Deutschen Bank sind am Mittwoch in New York mit einem Kurs von 52,70 $ gestartet. Die größte europäische Bank erschien damit erstmals auf dem Kurszettel der wichtigsten Börse der Welt. Sie ist die 15. deutsche Aktiengesellschaft, die an der Wall Street notiert ist.

dpa-afx NEW YORK/FRANKFURT. Angesichts der Anschläge vom 11. September wurde der Börsengang ohne spektakuläre Feiern vollzogen. Zum Einstand spendete das Kreditinstitut insgesamt 14 Mill. $ an Hilfsorganisationen, die Familien der Terror-Opfer unterstützen.

Der New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani läutete die Aufnahme des Aktienhandels an der Wall Street ein. Nach Darstellung von Vorstandssprecher Rolf Breuer soll mit diesem Schritt das Vertrauen in den größten Finanzmarkt der Welt nach den Terroranschlägen demonstriert werden. Der Bürgermeister war in Begleitung von Breuer und Börsenchef Dick Grasso unter lauten Beifallsrufen der Händler auf dem Börsenparkett erschienen.

Giuliani: Wichtig, Vertrauen in Börse zu zeigen

"Was die Deutsche Bank heute mit der Zulassung an der New Yorker Börse getan hat ist unglaublich", lobte Giuliani das deutsche Kreditinstitut. "Es ist sehr sehr wichtig, Vertrauen in New York, in Amerika und die Börse zu zeigen", betonte er. Er würdigte auch die Spende der Deutschen Bank in Höhe von 9 Mill. $ für Familien von Opfern des Anschlags auf das World Trade Center.

"Die Deutsche Bank ist schon lange mit ihren Angeboten und Produkten in den USA, jetzt folgt auch unsere Aktie", sagte Breuer. "Auf diesen Tag haben wir lange gewartet." Die globalen Namensaktien der Deutschen Bank werden unter dem Aktienzeichen "DB" gehandelt.

Geldhaus schafft sich "Akquisitionswährung"

Das Geldhaus will sich mit dem Gang an die zehnte internationale Börse auch eine "Akquisitionswährung" für künftige Übernahmen schaffen. Nach Angaben von Breuer gebe es keine konkreten Pläne. "Wir sind aber bestens gerüstet." Darüber hinaus bestehe nun Zugang zum größten und liquidesten Kapitalmarkt der Welt. Die Deutsche Bank werde in den USA noch bekannter und für mittelgroße und kleinere US-Anleger interessanter.

Bei dem Anschlag vor drei Wochen auf das World Trade Center sei auch ein Mitarbeiter der Deutsche Bank ums Leben gekommen, berichtete Breuer. Von den insgesamt 400 Beschäftigten sei sonst niemand zu Schaden gekommen. Auch in einem Nachbargebäude hätten 1 300 Mitarbeiter in Sicherheit gebracht werden können. "Wir haben Glück gehabt", betonte er. Die Bank hat in Manhattan 5 000 Beschäftigte, insgesamt sind es 16 000 in den USA.

Geschäftliche Kontakte zwischen der Deutschen Bank und den USA gibt es bereits seit mehr als einem Jahrhundert. Schon vor rund 130 Jahren beteiligte sie sich an einem New Yorker Bankhaus. Seit 1979 ist die Frankfurter Großbank mit einer eigenen Filiale vertreten.

Deutsche Bank erwirtschaftet in USA ein Viertel des Gewinns

Vor allem aber seit der Übernahme von Bankers Trust 1999 hat das Nordamerika-Geschäft der Bank einen Quantensprung erlebt. Mittlerweile wird in den USA rund ein Viertel des Konzerngewinns erwirtschaftet. Die Übernahme von Zurich Scudder Investments bringt die Deutsche Bank nicht nur im Bereich des Vermögensverwaltung weltweit auf Position vier.

An der New Yorker Börse sind mehr als 3 000 Unternehmen notiert, davon 450 aus 53 anderen Ländern. Der Tagesumsatz beläuft sich durchschnittlich auf mehr als 1,2 Mrd. Aktien. Von den deutschen Konzernen sind Allianz, BASF, Celanese, Daimler-Chrysler, Deutsche Telekom, Epcos, Eon, Fresenius Medical Care, Infineon, Pfeiffer Vacuum, SAP, Schering, SGL Carbon und Siemens vertreten.

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