Erster Softwarehersteller der eine integrierte Komplettlösung anbietet biete
Intershop stellt neue Software vor

"Mit dieser Produktlösung können die Kunden die Hälfte ihrer Kosten gegenüber traditionellen Komplettlösungen einsparen", sagte Vorstandssprecher Stephan Schambach am Dienstag in Berlin.

Reuters BERLIN. Die erste Resonanz der Kunden sei sehr positiv, sagte Schambach. Intershop werde damit der erste Softwarehersteller sein, der eine integrierte Komplettlösung biete, hieß es. Die Intershop-Aktie notierte bei hohen Umsätzen zeitweise um bis zu 13 Prozent fester.

Mit der neuen Softwarelösung könnten die Kunden alle externen Geschäftsprozesse im elektronischen Handel (E-Commerce) auf einer einzigen Plattform bündeln und zentral steuern und damit die gesamte Wertschöpfungskette automatisieren, teilte Intershop weiter mit. "Mit diesem Produkt wollen wir uns nicht repositionieren, sondern uns auf unsere Kernkompetenz Softwareherstellung konzentrieren", sagte Schambach. Ansprechen wolle Intershop mit der neuen Lösung besonders multinationale Unternehmen. "Wir setzen auf große Unternehmen in den USA und in Europa", sagte der für das operative Geschäft zuständige Vorstand Wilfried Beeck.

Mit einer Umsatzprognose für die neue Lösung, die drei Produkte beinhalte, halte sich das Unternehmen in dem derzeit schwierigen Marktumfeld bewußt zurück, sagte Intershop-Europe-Präsident Michael Tsifidaris. Erste Aussagen über mögliche Umsätze wolle Intershop im Januar bei einer Analystenkonferenz machen. Die Entwicklung der ab sofort verfügbaren Produkte Enfinity MultiSite, Enfinity Content Management und Enfinity Procurement Solution habe etwa anderthalb Jahre gedauert, sagte Beeck. Konkrete Angaben zu den Kosten der Entwicklung machte das Unternehmen nicht. Insgesamt habe Intershop Entwicklungskosten von 12 bis 18 Millionen Euro pro Jahr, davon fließe etwa die Hälfte in neue Produkte. "Normalerweise haben sich die Entwicklungskosten innerhalb eines Jahres eingespielt, das wird diesmal bestimmt länger dauern", sagte Beeck.

Prognosen für das laufende Quartal und das Gesamtjahr wollte Intershop nicht abgeben. "Wir wollen nächstes Jahr die Gewinnzone auf Quartalsbasis erreichen, uns ist lieber je früher desto besser, aber wir alleine können das nicht beeinflussen", sagte Beeck. Das Marktumfeld bleibe auch weiter schwierig. "Die IT-Budgets der Firmen sind so eingefroren, dass auch teilweise Investitionen die schon lange freigegeben waren, zurückgehalten werden", sagte Schambach.

Ende Oktober hatte Intershop mitgeteilt, die Gewinnzone beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) auf Quartalsbasis nicht wie geplant im vierten Quartal 2001 zu erreichen. Ein positives Ebitda werde wohl eher in der zweiten Jahreshälfte 2002 zu erreichen sein. Dies hänge jedoch von einer Reihe von Faktoren ab, wie der Akzeptanz neuer Produkte. Rüdiger Vogel, IT-Analyst bei Concord Effekten, zeigte sich bezüglich der neuen Produkte skeptisch. "Die Frage ist doch: wie viel Geld spart ein Unternehmen in den schon bestehenden Geschäftsprozessen damit tatsächlich ein", sagte Vogel. Die Aktie von Intershop sei weiterhin sehr mit Vorsicht zu genießen. "Ich sehe fundamental nichts, was meine Meinung zu Intershop um 180 Grad drehen könnte". Der Analyst stuft die Aktie derzeit mit "Underperformer" ein, hat die weitere Bewertung aber zunächst eingestellt.

Am Nachmittag lag die im Auswahlindex des Neuen Marktes notierte Aktie bei mehr als 800 000 gehandelten Stücken noch mit 5,46 Prozent im Plus bei 2,51 Euro.

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