Erster Titel ging an Spanien
Licht und Schatten beim EM-Start

Launisch wie das Wetter in München haben sich die deutschen Leichtathleten zum Auftakt der 18. Europameisterschaften präsentiert. Die erste von insgesamt 46 Goldmedaillen erkämpfte am Dienstagabend bei Dauerregen der Spanier Francisco Fernandez über 20 km Gehen.

dpa MÜNCHEN. Für einen Lichtblick aus Sicht der Gastgeber sorgte der als Titelanwärter über 400 m gehandelte Vize-Weltmeister Ingo Schultz mit der drittschnellsten Vorlaufzeit, für die kalte Dusche das kläglich gescheiterte Hammerwerfer-Trio. Vor der "Wasserschlacht" der Geher hatte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) die sechstägige Leistungsschau der europäischen Leichtathleten offiziell eröffnet.

Die rund 20 000 Zuschauer im Olympiastadion feierten den spanischen Auftaktsieger Fernandez, der nach 1:18:37 Stunden regelrecht ins Ziel stürmte und trotz der widrigen Bedingungen seine Weltbestzeit nur um 1:15 Minuten verfehlte. Silber ging an den Russen Wladimir Andrejew (1:19:56) vor dem Spanier Juan Molina (1:20:36). Bester Deutscher wurde der Berliner Andre Höhne als 11. in der deutschen Jahresbestzeit von 1:21:38.

Viertelmeiler Schultz gewann seinen Vorlauf trotz eines Fehlstarts locker in 45,79 Sekunden - der Dortmunder unterstrich damit seine Medaillen-Ambitionen. Bastian Swillims (Wattenscheid) steigerte als Vorlauf-Dritter seine Bestleistung auf 46,20.

Schultz erlebte bei seiner EM-Premiere eine Schrecksekunde: Ihm wurde ein Fehlstart angelastet. "Ich war mir nicht bewusst, dass ich einen gemacht habe", meinte der Dortmunder verwundert. Unter Beobachtung seiner Freundin Antje Buschschulte, die jüngst bei der Schwimm-EM Gold mit der Lagenstaffel geholt hatte, lief Schultz trotzdem ein souveränes Rennen. "Ich wusste, er macht das schon", kommentierte die Europameisterin den Lauf.

Einen gelungenen Wiedereinstand nach verletzungsbedingter Durststrecke hat Dreispringer Charles Friedek aus Leverkusen gefeiert. Der Weltmeister von 1999 greift nach seinen 16,77 m in der Qualifikation am Donnerstag erstmals seit drei Jahren wieder nach einer internationalen Medaille. "Ich will einfach zeigen, dass ich wieder da bin - und vorne mitspringen. Die 16,77 m sagen noch gar nichts aus. Man muss versuchen, die Lockerheit zu bewahren", wiegelte der 30-jährige deutsche Meister ab. Die größte Weite erzielte der Brite Phillips Idowu mit 17,54 m.

Ebenfalls bereits den Endkampf am Mittwoch hat überraschend Diskuswerferin Jana Tucholke erreicht. In Abwesenheit der verletzten Titelverteidigerin Franka Dietzsch (Neubrandenburg) warf die deutsche Meisterin aus Leipzig 56,63 m. Jeweils als Vorlauf-Dritte erreichten Melanie Paschke aus Wattenscheid (11,36) und die Dortmunderin Sina Schielke (11,53) die 100-m-Halbfinals.

Das Finale im Kugelstoßen erreichte mit Ralf Bartels nur einer der drei deutschen Starter. Der deutsche Meister aus Neubrandenburg übertraf die Vorgabe von 20,20 m um zwei Zentimeter. Für Andy Dittmar (Ohra-Hörsel) mit 18,77 m und Detlef Bock (Berlin) mit 18,09 m war die EM als 17. und 18. beendet. Dagegen erkämpften sich die drei deutschen 100-m-Sprinter einen zweiten Einzel-Auftritt: Marc Blume in 10,33 Sekunden, Alexander Kosenkow (beide Wattenscheid) in 10,44 und Marc Kochan (Kornwestheim) in 10,50 erreichten die Zwischenläufe.

Ein Debakel erlebten dagegen die Hammerwerfer: Karsten Kobs (Dortmund) mit 77,44 m, Holger Klose (Frankfurt/Main) mit 76,98 m und Markus Esser (Leverkusen) mit 70,15 m scheiterten bereits in der Qualifikation. 1500-m-Meister Franek Haschke (Pirna) schied als 9. seines Vorlaufes mit indiskutablen 3:48,56 Minuten aus; nur zwei seiner 20 Konkurrenten blieben hinter ihm.

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