"Erster und zwingender Schritt"
Gold-Zack-Aktionäre stimmen Kapitalschritten zu

Die Aktionäre des angeschlagenen Finanzdienstleisters Gold-Zack haben am Montag nach zehnstündiger Debatte die vom Vorstand vorgeschlagenen Kapitalschritte gebilligt und damit den Weg für die vorläufige Rettung des Unternehmens frei gemacht.

rtr METTMANN. Nach Angaben von Gold-Zack-Aufsichtsratschef Norbert Sondermann wurden die Pläne zur Herabsetzung des Grundkapitals sowie die Vorschläge des Vorstandes zur Änderung der Anleihebedingungen der im Jahr 2000 ausgegebenen Wandelschuldverschreibung mit jeweils gut 95 % angenommen. Im Kern billigten die rund 80 bis zum Abend verbliebenen Anteilseigner auf einer außerordentlichen Hauptversammlung eine Herabsetzung des Kapitals im Verhältnis sieben zu eins. Die ursprünglich 2005 fällige Wandelanleihe kann nach der Zustimmung der Aktionäre nun in Eigenkapital umgewandelt werden, um die dringend notwendige Stärkung des zuletzt stark gesunkenen Eigenkapitalanteils zu gewährleisten. Gold-Zack rechnet früheren Angaben zufolge damit, dass 75 % der Anleihe im Volumen von 111,5 Mill. ? in Aktien gewandelt werden.

Carsten Heise von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sagte unmittelbar nach der Abstimmung, die Billigung der Vorstandspläne sei für das Unternehmen ein "erster und zwingender Schritt zum Überleben". Danach werde entscheidend sein, wie rasch es Gold-Zack gelingen werde, die noch bestehenden Beteiligungen zu Geld zu machen. Fraglich sei zudem, ob der von Gold-Zack angekündigte Rückzug auf das Kerngeschäft - die Beratung mittelständischer Unternehmen - sich im derzeit schwierigen Marktumfeld durchsetzen werde.

Am Freitag hatte die im MDax notierte Gold-Zack knapp zwei Monate nach der Insolvenz der Mehrheitsbeteiligung Gontard & MetallBank öffentlich eine finanzielle Schieflage eingestanden. Auf der außerordentlichen Hauptversammlung am Montag hatte Gold-Zack-Vorstandschef Dietrich Walther nachdrücklich für die Kapitalschritte geworben. Zahlreiche Aktionäre waren im Verlauf der Hauptversammlung mit Walther und seinem Amtsvorgänger hart ins Gericht gegangen. Der bis März amtierende Vorstandschef Christian Stolorz habe die Aktionäre mit seinen Gewinnprognosen getäuscht und der amtierende Vorstandschef und ehemalige Aufsichtsratschef Walther zu spät eingegriffen, kritisierte DSW-Vertreter Heise. Der Vertreter der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SDK), Markus Kienle, sagte, "nicht die Aktionäre haben die Gesellschaft in den Ruin gebracht, sondern Vorstand und Aufsichtsrat."

Nach dem Beschluss der Aktionäre kann nun auch der Jahresabschluss 2001 festgestellt werden. Die Wirtschaftsprüfer hatten den Angaben von Gold-Zack zufolge ein Testat von der Annahme der Kapitalschritte abhängig gemacht.

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