Erstes Ergebnis nach Fusion mit VEW
Analysten erwarten gestiegenes Ergebnis bei RWE

Erwartet wird ein Überschuss von 1,6 Mrd. Euro. Vor allem das Geschäftsfeld Mineralöl/Chemie dürfte deutliche Zuwächse verzeichnen.

Reuters ESSEN. Die RWE AG hat nach Einschätzung von Analysten im Rumpfgeschäftsjahr 2000 (Juli bis Dezember 2000) vom stark gestiegenen Ölpreis profitiert und bei Ergebnis und Umsatz deutlich zugelegt.

Die von Reuters befragten Finanzanalysten rechnen im Mittel mit einem Umsatz von 28,35 Mrd. Euro und einem Überschuss von 1,605 Mrd. Euro. Der größte deutsche Energiekonzern wird am Mittwoch erstmals seine Bilanz mit den integrierten Daten der VEW vorlegen. RWE-Chef Dietmar Kuhnt hatte bei der Veröffentlichung der Zahlen für das erste Quartal bekräftigt, das Betriebsergebnis von RWE und VEW werde um zehn Prozent über dem liegen, was RWE (alt) allein erzielt hätte.

Seit 1. Juli 2000 ist die Fusion von RWE und VEW wirtschaftlich wirksam. Operativ arbeiten die Konzerne seit Oktober zusammen. RWE und VEW hatten ihre Bilanzen auf unterschiedlicher Basis errechnet und auch die Geschäftsjahre liefen nicht parallel. Daher legte die neue RWE ein vom 1. Juli bis 31. Dezember dauerndes Rumpfgeschäft ein. Der drittgrößte Energiekonzern in Europa wird künftig weiterhin nach IAS (International Accounting Standard) berichten.

Im ersten Quartal konnte RWE ohne VEW das Betriebsergebnis dank der Zuwächse in den Bereichen Mineralöl und Chemie auf 605 Mill. Euro steigern, während der Strombereich um 15,6 Prozent nachgab. Drei von Reuters befragte Analysten schätzten für das Rumpfgeschäftsjahr auch den erwarteten Überschuss nach Anteilen Dritter. Im Mittel ergab sich ein Wert von 598,75 Mill. Euro. Als Mittelwert der von der HypoVereinsbank und die DG Bank genannten Schätzung für das Vorsteuerergebnis ergab sich 0,99 Mrd. Euro.

Weitgehend einig sind sich die Analysten in der Bewertung des Geschäftserfolges in den einzelnen Sparten. Durchweg werden aus dem Stromgeschäft weiter Belastungen erwartet, auch wenn die Talfahrt bei den Strompreisen inzwischen gestoppt sei. Hypo-Vereinsbank-Analystin Karin Brinkmann sagte, der Verfall der Strompreise habe sich abgeflacht.

Deutliche Zuwächse im Geschäftsfel Mineralöl/Chemie

In seinem Geschäftsfeld Mineralöl/Chemie dürfte der Essener Konzern deutliche Zuwächse durch die gestiegenen Ölpreise erzielt haben. Matthias Heck vom Bankhaus Sal Oppenheim sagte: "Die Auslastung der Raffinerien ist stark gestiegen, die Margen sind deshalb geradezu explodiert."

Gut vorangekommen sei auch der internationale Baubereich, ergänzte West-LB-Analyst Klaus Repges. Wie beim Konkurrenten E.ON werde er die RWE-Aktie weiterhin bei "Neutral" einstufen.

Bieterverfahren um spanischen Versorger

Gespannt sind die Branchenkenner auf die Aussagen des RWE-Chefs zur Entwicklung des Bieterverfahrens um den kleinsten spanischen Versorger Hidroelectrica del Cantabrico. RWE bietet für Cantabrico 26 Euro je Aktie. Merck Fink-Analyst Michael Butscher wies auf die komplizierten Stimmrechtsverhältnisse bei Cantabrico hin. Jeder Aktionär habe nur maximal zehn Prozent der Stimmrechte. Diese Regel könne nur jemand ändern, der 75 Prozent der Anteile halte. Doch besitze der portugiesische Staatskonzern EDP bereits 35 Prozent an der Cantabrico und biete mit der spanischen Bank Cajastur ebenfalls um die restlichen Anteile mit. Sollten die Essener zum Zuge kommen, müssten sich also RWE und EDP einigen, sagte Analyst Heck.

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