Erstes Halbjahr über Plan
Premiere: "Insolvenzgefahr gebannt"

Der von der Insolvenz bedrohte Pay-TV-Sender Premiere hat im ersten Halbjahr 2002 seine Verluste um fast 40 Prozent verringert und damit die eigenen Planungen übertroffen.

Reuters MÜNCHEN. "Die Sanierung ist jetzt ohne Insolvenz möglich", sagte Premiere-Chef Georg Kofler am Donnerstag vor Journalisten in der Unterföhringer Konzernzentrale. Mit gewährten Krediten von rund 100 Millionen Euro sei das Überleben von Premiere bis in den Herbst hinein gesichert. Bis dahin will der Sender Investoren finden, die den Sender bis zum Erreichen der operativen Gewinnschwelle im ersten Quartal 2004 finanzieren. "Wir sind überzeugt, dass es sich lohnen wird, ein unternehmerisches Risiko mit Premiere einzugehen", warb Kofler.

Der Nettoverlust habe in den ersten sechs Monaten ohne einmalige Sanierungseffekte bei 302 Millionen Euro nach 487 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum gelegen, teilte Premiere am Donnerstag mit. Die eigenen Planzzahlen hätten noch ein Minus von 427 Millionen Euro vorgesehen. Durch nachhaltige Kostensenkungen solle der operative Verlust (Ebitda) im zweiten Halbjahr bei unter 120 (H1: 264) Millionen Euro liegen, stellte Premiere in Aussicht.

Operative Gewinne will Premiere weiter ab dem ersten Quartal 2004 schreiben. Dazu seien im Jahrsdurchschnitt 2,9 Millionen Abonnenten nötig. Derzeit habe Premiere 2,4 Millionen Kunden, wolle diese Zahl bis Ende des Jahres aber noch auf mehr als 2,5 Millionen steigern. Nach der Ausnutzung der bereits gewährten Kreditlinien von 100 Millionen Euro liege der Finanzbedarf bis zum Erreichen der operativen Gewinnschwelle bei unter 250 Millionen Euro.

Kofler hat Berichte dementiert, wonach die Gläubigerbanken Bayerische Landesbank und HypoVereinsbank als Gesellschafter bei dem angeschlagenen Sender einsteigen. "Die Banken werden nicht automatisch als Gesellschafter bei Premiere einsteigen", sagte Kofler am Donnerstag. Solche Medienberichte wolle er dementieren. Die künftige Gesellschafterstruktur sei noch nicht klar, Premier spreche weiter mit mehreren Investoren. BayernLB und HypoVereinsbank haben 750 Millionen Euro an Krediten an Premiere vergeben und diese mit Anteilen des Senders besichert.

Zudem stehe Kofler selber zu früheren Äußerungen, wonach er einen Anteil von rund zehn Prozent an Premiere übernehmen würde, sagte der Premiere-Chef am Donnerstag. "Wenn ich mir diese Zahlen anschaue, dann klar", sagte er.

Kofler sagte weiter, der Sender komme mit den Verhandlungen mit mehreren US-Studios über künftige Programmlieferung gut voran. Mit den Studios Fox und Dreamworks habe man sich bereits geeinigt. Insgesamt strebe Premiere Preissenkungen von "deutlich über 50 Prozent" an.

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