Erstes Programm behauptet Spitzenplatz knapp mit 14,4 Prozent Marktanteil
Fritz Pleitgen neuer ARD-Vorsitzender

dpa STUTTGART. Der Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR), Fritz Pleitgen, ist neuer Vorsitzender der ARD. Der 62 Jahre alte Fernsehjournalist wurde am Mittwoch von der ARD-Hauptversammlung in Stuttgart einstimmig zum Nachfolger von Peter Voß gewählt. SWR - Intendant Voß, der seit zwei Jahren ARD-Vorsitzender ist, übergibt das Amt zum Jahreswechsel an Pleitgen. Dieser erklärte, ARD und ZDF würden alles unternehmen, um vom Kirch-Konzern die Übertragungsrechte für die Fußball-Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea zu bekommen, "aber nicht um jeden Preis."

Voss sagte, das "Erste" habe sich in den ersten elf Monaten des Jahres mit einem Marktanteil von 14,4 % in der Zuschauergunst seinen Spitzenplatz unter allen TV-Programmen knapp behauptet. Auf Platz zwei liegt der Privatsender RTL mit 14,2, gefolgt vom Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) mit 13,3 %.

"Öffentlich-rechtlicher Rundfunk unverzichtbar"

Pleitgen erklärte, die ARD müsse sich darum bemühen, den Nachweis zu liefern, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk unverzichtbar sei. Dazu gehöre, neben dem Fernsehen auch den Hörfunk als wichtige publizistische Säule stark zu halten. Er sprach sich außerdem für einen effizienten Umgang der Sender mit ihrem Geld aus. Davon hänge die Akzeptanz der Bürger für die Rundfunkgebühren ab. Die ARD werde ihre Aktionen im Internet auch bei begrenzten Finanzmitteln verstärken. Voß fügte hinzu, das Konzept eines gemeinsamen ARD - Portals im Internet habe sich bewährt. Seit dem Start im November 1999 habe sich die Zahl der Zugriffe verdreifacht.

Zustimmung zur Gebührenerhöhung erwartet

Der scheidende ARD-Vorsitzende äußerte sich auch zuversichtlich, dass die geplante Rundfunkgebührenerhöhung um 3,33 DM auf monatlich 31,58 DM zum 1. Januar 2001 kommen werde, nachdem eine weitere Probeabstimmung in der sächsischen CDU-Landtagsfraktion eine klare Mehrheit für den entsprechenden Rundfunkänderungsstaatsvertrag ergab. Im Sächsischen Landtag gab es bisher den stärksten Widerstand gegen die Gebührenanhebung, die von allen 16 Länderparlamenten abgesegnet werden muss. Hintergrund sind unter anderem Verluste beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) durch spekulative Anlagegeschäfte in Höhe von 2,6 Mill. DM.

Pleitgen unterstrich die Bereitschaft der ARD "jetzt noch kritischer darauf zu schauen, was mit dem Geld passiert." Deshalb seien die öffentlich-rechtlichen Sender auch bereit, den Landtagen Zwischenberichte über ihre Finanzlage zu geben.

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