Erstes Quartal besser als erwartet
Nokia dämpft Umsatz-Erwartungen für 2002

Der weltgrößte Handyhersteller Nokia hat im ersten Quartal 2002 trotz einer schwachen Nachfrage einen Gewinn über den Markterwartungen erwirtschaftet. Allerdings werde der Umsatz im Gesamtjahr sinken, teilte das finnische Unternehmen in Helsinki mit.

 

rtr/vwd HELSINKI. In den ersten drei Monaten habe der Pro-Forma-Gewinn vor Steuern 1,313 Milliarden Euro betragen, nach 1,48 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Zahlreiche Analysten hatten für das abgelaufene Quartal mit einem Pro-Forma-Gewinn vor Steuern von 1,2 Milliarden Euro gerechnet.

Den Gewinn je Aktie bezifferte das Unternehmen auf 0,19 Euro, nach 0,22 Euro im ersten Quartal des Vorjahres. Die Analystenprognosen lagen bei 0,17 Euro. Die Umsätze sanken nach Nokia-Angaben im ersten Quartal um zwölf Prozent auf sieben Milliarden Euro.

Nokia geht auf Basis des Erstquartalsergebnisses von einem Rückgang des GSM- und Infrastrukturmarktes für 2002 aus. Der weltweite Handyabsatz werde bei 400 Mio bis 420 Mio Einheiten liegen. Zuvor hatte Nokia diese Kennziffer mit 420 Mio bis 440 Mio Stück angegeben.

In der Handy-Sparte rechnet Nokia nunmehr mit einem Umsatzplus von fünf bis zehn Prozent für 2002. Der Umsatz der Sparte Netze werde auf dem Niveau des Vorjahres liegen oder bis zu fünf Prozent darüber. Zuvor war der finnische Konzern für die beiden wichtigsten Sparten von einem jeweils 15-prozentigen Wachstum ausgegangen. Allerdings hatte Nokia bereits im März gewarnt, dass der Umsatz mit Netzausrüstungen schwächer laufe als erwartet. Das gesamte Umsatzwachstum 2002 sieht Nokia nunmehr bei vier bis neun Prozent.

Hinsichtlich des zweiten Quartals schätzt Nokia die Umsätze um zwei bis sieben Prozent höher ein als im Vorjahr (7,35 Milliarden Euro). Die Handysparte werde beim Umsatz um fünf bis zehn Prozent zulegen, die Sparte Netze dagegen um fünf bis zehn Prozent verlieren. Für das zweite Quartal erwartet der Konzern einen Gewinn je Aktie von 0,18 bis 0,20 Euro, nach 0,17 Euro im Vorjahr. Für das Gesamtjahr gehe Nokia von einem Gewinn je Aktie von 0,83 Euro aus.

Bei Analysten stand vor allem die Umsatz-Prognose im Mittelpunkt. "Nokia's Profitabilität ist wirklich gut, aber die Prognose für das Umsatzwachstum war enttäuschend", sagte Marko Maunula von Conventum. "Der gesenkte Ausblick für den Handy-Markt ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt des Jahres eine Überraschung", sagte Analystin Susan Anthony von Credit Lyonnais. Sie habe mit einer solchen Reduzierung höchstens im späteren Verlauf des Jahres gerechnet.

Nach der Veröffentlichung des Quartalsberichts brach der Nokia-Aktienkurs an der Börse in Helsinki um mehr als zehn Prozent auf 21,16 Euro ein.

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