Erstes Slalom-Gold seit Killy 1968
Frankreich feiert Vidal und Amiez

Er war der richtige Sieger am falschen Berg: Unbeeindruckt von einer nahezu unbefahrbaren und extrem eisigen "Rüttel-Piste" erkämpfte sich der Franzose Jean-Pierre Vidal beim olympischen Slalom in Deer Valley das ersehnte Gold und bescherte Frankreich den ersten Slalom-Olympiasieger seit Jean-Claude Killy 1968.

HB/sid DEER VALLEY. 15 000 Zuschauer feierten unter grauem Himmel die Helden eines verrückten Rennens. Mit der Startnummer drei nutzte der Franzose am Tag vor seinem 25. Geburtstag die Gunst der Stunde, fuhr im ersten Lauf zur Bestzeit und rettete sich im zweiten Durchgang auf brechender Piste gerade noch ins Ziel.

In der Gesamtzeit von 1:41,06 Minuten siegte Vidal vor seinem Landsmann Sebastien Amiez (1:41,82), der im zweiten Lauf vom neunten Rang nach vorne fuhr. Bronze erkämpfte sich der Schotte Alan Baxter (1:42,32), der von Rang acht nach vorne stieß und Großbritannien die erste alpine Olympiamedaille überhaupt bescherte. Amerikas Hoffnung Bode Miller, nach dem ersten Lauf noch auf Rang zwei und schon zweimal mit Silber (Kombination, Riesenslalom) dekoriert, verpatzte den zweiten Lauf völlig, stieg sogar einmal zurück und kam mit über zehn Sekunden Rückstand ins Ziel.

Für Markus Eberle (Kleinwalsertal) endete sein letzter Olympia-Auftritt mit einer herben Enttäuschung. Nach nur 16 Sekunden Fahrzeit schied der einzige deutsche Starter im ersten Durchgang aus, entsprechend bedient guckte er hinterher drein. "Die Enttäuschung ist groß, aber bis zum Ausscheiden hat's Spaß gemacht. Man muss halt was riskieren, weil nur runterfahren bringt's ja auch nicht", sagte der 33 Jahre alte DSV-Senior und bewies immerhin Humor: "Vielleicht gehe ich jetzt zu den Langläufern, da bin ich länger im Bild."

Obwohl die Pistenverhältnisse extrem schwierig waren, lagen in Deer Valley die Richtigen vorn. Zwar war Bode Miller mit drei Weltcupsiegen der beste Slalomfahrer der Saison, aber auch Jean-Pierre Vidal gewann ein Rennen und stand insgesamt dreimal auf dem Podest. Auf Grund der hohen Temperaturen von plus zehn Grad mussten die Veranstalter den steilen Hang extrem vereisen, ab der Startnummer fünf ging im ersten Lauf nicht mehr viel. "Die Piste ist wirklich hart, man kann darauf nicht großartig Ski fahren", gestand Bode Miller schon nach dem ersten Lauf: "Wenn die Besten der Welt solche Probleme haben, weiß jeder, wie schwierig es ist."

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