Erstmals elektronische Wunschzettel möglich
Weihnachtspostämter richten sich auf Wunschzettel-Flut ein

Gut fünf Wochen vor Weihnachten richten sich die sieben Weihnachtspostämter in Deutschland auf eine Flut von Wunschbriefen ein. Schon jetzt flattern den Postfilialen in Schönschrift gemalte Wunschzettel von Kindern auf den Tisch, berichteten Sprecher der Deutschen Post.

dpa HAMBURGSchon jetzt flattern den Postfilialen in Schönschrift gemalte Wunschzettel von Kindern auf den Tisch, berichteten Sprecher der Deutschen Post. Der größte Wunsch der Kinder sei wie in jedem Jahr, dass es an Weihnachten schneit. Auch Sätze wie "Lieber Weihnachtsmann, mach, dass mein Opi wieder gesund wird" oder der Wunsch nach Frieden stünden neben den üblichen Weihnachtswünschen in den Briefen.

Manche Kinder schickten sogar Katalogseiten, damit der Weihnachtsmann nichts falsch mache. Außerdem stecke der eine oder andere seinen Schnuller in den Umschlag mit dem Versprechen, nie wieder zu nuckeln, sagte Stephan Siekmann von der Deutschen Post in Hannover.

Weihnachtspostfiliale eröffnet

Im brandenburgischen Himmelpfort öffnete am (heutigen) Donnerstag die einzige Weihnachtspostfiliale in den neuen Bundesländern ihre Pforten. "Gerade in der jetzigen Zeit, in der sich viele Kinder Gedanken über Krieg und Terrorismus machen, wird der Weihnachtsmann sie nicht alleine lassen", sagt Sylvia Blesing von der Post. Sie rechnet fest damit, dass das Himmelpforter Weihnachtspostamt wieder die beliebteste Adresse für Wunschzettel in Deutschland sein wird. "Wir erwarten bis zu 300 000 Briefe - und jeder wird beantwortet", betonte Blesing.

Erstmals können Wunschzettel im unterfränkischen Himmelstadt in diesem Jahr auch auf dem elektronischen Weg geschickt werden. Das Himmelstädter Weihnachtspostamt hat eine eigene E-Mail-Adresse für das Christkind eingerichtet. Unter "himmelstadt.christkind@web.de" können die Kinder den direkten Kontakt mit dem Christkind oder dem Weihnachtsmann aufnehmen. "Die Kinder schreiben in der Hauptsache aber Briefe. Das ist auch nach meinem Geschmack das Schönste", sagte Postamtsleiterin Rosemarie Schotte. Offiziell eröffnet wird das Weihnachtspostamt am 1. Dezember. Die Veranstalter erwarten rund 30 000 Briefe und Postkarten aus der ganzen Welt. Zur Beantwortung stehen etwa 20 bis 25 ehrenamtliche Helfer bereit.

"An den Nikolaus, Wolke 7"

Rund 5000 bis 6000 Kinderbriefe aus aller Welt erwarten die Mitarbeiter im saarländischen Postamt St. Nikolaus. Alle Briefe, die entweder genau "An den Nikolaus, Wolke 7" oder ähnlich adressiert sind, werden nach St. Nikolaus im Saarland umgeleitet. Der Ort trägt seinen Namen nach einem ehemaligen Nikolauskloster und besitzt noch heute eine Nikolauskirche. Am 5. und 6. Dezember wird es ein Sonderpostamt mit Sonderstempel St. Nikolaus geben. Die aus kleinen Anfängen heraus entstandene Aktion gibt es bereits seit 1966.

Im nordrhein-westfälischen Engelskirchen haben die himmlischen Helfer vor lauter Andrang erfahrungsgemäß "kaum Zeit, mal an einem Spekulatius zu naschen". Mehr als 25 000 Wunschzettel gingen im vergangenen Jahr in dem kleinen Haus im Bergischen Land ein, berichtete die Deutsche Post in Düsseldorf. Überstunden seien dort bis Heiligabend die Regel. Wichtig sei vor allem, dass der Absender des Wunschzettelschreibers gut lesbar ist, betonte eine Sprecherin der Post. Darauf folge prompt die himmlische Antwort auf Weihnachtsbriefpapier und mit einer "festlichen" Briefmarke. Wegen der Sondermarke schrieben auch viele "große Kinder" mit philatelistischer Begeisterung an das Christkind, hieß es.

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