Erstmals Kampfhubschrauber eingesetzt
„Endzeitstimmung“ im Zentrum von Bagdad

Der Kampf um Bagdad hat sich am Dienstag weiter ins Zentrum verlagert. Nachdem US-Panzerverbände am Montag den Palast von Präsident Saddam Hussein besetzt hatten, stießen sie nun von mehreren Seiten weiter in die Mitte der Stadt vor.

HB/dpa BAGDAD. US-Panzer standen auf der Dschumurija-Brücke, die vom Palastareal ans östliche Innenstadtufer führt. Im Südosten war lauter Widerhall von Schüssen zu hören. Dabei wurden erstmals in Bagdad Kampfhubschrauber vom Typ Apache und A-10-Erdkampfflugzeuge eingesetzt. Diese tief fliegenden Maschinen schießen Hunderte panzerbrechende 40-Millimeter-Projektile ab, in die abgereichertes Uran eingearbeitet ist, um die Stahlwände der Panzer zu durchschlagen. Dabei entsteht ein kettensägenartiges Geräusch, das durch Mark und Bein geht.

Die Amerikaner stoßen am Dienstagmittag offenbar auf keinen entschiedenen Widerstand mehr. An der Dschumurija-Brücke wurden kurz vor dem Vorrücken der US-Panzer nur zwei junge Milizionäre mit einer Panzerfaust beobachtet.

In Bevölkerung und Beamtenschaft macht sich "Endzeitstimmung" breit. Während Informationsminister Mohammed el Sahhaf ungerührt behauptet, dass die irakische Regierung alles unter Kontrolle habe, sind die Menschen durch die Präsenz der Amerikaner mitten in ihrer Stadt konfrontiert. "Warum wurden die Palastanlagen nicht verteidigt?", fragen sich viele.

Die Soldaten der Elitetruppe Republikanische Garde, so ist weiter zu hören, sollen einfach weggegangen sein, als sie die Sinnlosigkeit des Widerstandes gegen die amerikanische Übermacht eingesehen hätten. Andere spekulieren darüber, wo sich Saddam Hussein aufhält. Dass er aufgibt oder wegläuft, glaubt hier keiner. "Er ist schlecht, aber nicht feige", meint ein alter Bagdader.

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