Erstmals Misstrauensvotum
Chronologie der Bürgermeister und Koalitionen in Berlin seit 1947

Die am Samstag abgewählte Große Koalition in Berlin unter Eberhard Diepgen (CDU) hat in der Nachkriegsgeschichte der Stadt einen Rekord gehalten: Kein Regierender Bürgermeister und keine Koalition waren länger im Amt.

afp BERLIN. Der SPD-Politiker Klaus Wowereit ist der zwölfte Regierende Bürgermeister seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Bislang wurde die Stadt von neun Sozialdemokraten und drei Christdemokraten regiert. AFP dokumentiert die Abfolge der Regierungen und der Regierenden Bürgermeister von 1947 bis heute. Die Angaben beziehen sich bis 1990 auf den Westteil Berlins.

Im Juni 1947 gewann die SPD unter Ernst Reuter die Wahl in Gesamt-Berlin. Wegen eines sowjetischen Einspruchs gegen Reuter als Oberbürgermeister führte Louise Schröder (SPD) bis 1948 die Amtsgeschäfte. Reuter war dann von 1948 bis 1953 Regierender Bürgermeister in Berlin (West). Seit dem Berlin-Statut der drei Westmächte vom Mai 1949 stand er einem SPD-Senat vor.

Von 1953 bis 1955 führte erstmals eine CDU-FDP-Koalition die Stadtregierung. Regierender Bürgermeister war Walther Schreiber (CDU).

Von 1955 bis 1963 regierte eine Große Koalition unter SPD-Führung. An der Regierungsspitze stand zunächst der Sozialdemokrat Otto Suhr. Er wurde 1957 von Willy Brandt (SPD) abgelöst, der bis 1966 Regierender Bürgermeister war.

Von 1963 bis 1971 regierte die SPD in einem sozialliberalen Bündnis mit der FDP. 1966 übernahm Heinrich Albertz (SPD) den Posten des Regierenden Bürgermeisters. Ein Jahr später kam der Sozialdemokrat Klaus Schütz ins Amt, der bis 1977 Regierender Bürgermeister war.

Von 1971 bis 1975 stellte die SPD unter Schütz die Alleinregierung.

Von 1975 bis 1981 regierte eine Neuauflage der SPD-FDP-Koalition, seit 1977 unter Dietrich Stobbe (SPD), dann von Januar bis Juli 1981 unter Hans-Jochen Vogel (SPD).

Von 1981 bis 1983 regierte die CDU unter Richard von Weizsäcker allein.

Von 1983 bis 1989 wurde der Senat erstmals von einer Koalition aus CDU und FDP gestellt. Regierender Bürgermeister wurde 1984 Eberhard Diepgen (CDU).

Von 1989 bis 1991 dauerte die Regierungszeit der bislang einzigen rot-grünen Regierung in Berlin. Regierender Bürgermeister war Walter Momper (SPD).

Von 1991 bis Juni 2001 regierte die Große Koalition aus CDU und SPD. Diepgen wurde 1991 zum zweiten Mal Regierender Bürgermeister.

Am 16. Juni 2001 wird Diepgen durch ein Misstrauensvotum im Abgeordnetenhaus gestürzt, der bisherige SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Wowereit wird neuer Regierender Bürgermeister. Er regiert mit einem Übergangssenat, der bis zu Neuwahlen im Herbst im Amt bleiben soll.

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