Erstmals mit Podolski und Schweinsteiger
Ein Sieg für das Selbstvertrauen

Beim 2:0-Sieg in der Schweiz lief zwar noch nicht alles rund im deutschen Team. Aber Rudi Völler hat das Spiel wieder einen Schritt weiter gebracht: Er hat seine EM-Elf und die Taktik wohl gefunden. Bondscoach Dick Advocaat zeigte sich derweil von der Leistung der Deutschen in Basel ungerührt.

HB WINDEN IM ELZTAL. Der Fernseher blieb aus, das Bier im Kühlschrank, und auch die Spielkarten wurden nicht angerührt: Im Luxusbus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft herrschte nach dem 2:0-Erfolg über die Schweiz Ruhe statt Siegesfreude. Auf der gut einstündigen Rückfahrt in den Schwarzwald dachte in der verregneten Nacht lieber jeder für sich darüber nach, was ihm 13 Tage vor dem EM-Ernstfall gegen die Niederlande der Härtetest in Basel gebracht hat.

Die Antwort lieferte Rudi Völler am nächsten Morgen. "Siege sind gut fürs Selbstvertrauen, und wir gehen selbstbewusst nach Portugal", sagte der Teamchef im Trainingsquartier und betonte zugleich die Außenwirkung, die eine Standortbestimmung unter EM-Mitbewerbern bei der Konkurrenz hinterlässt: "Solche Ergebnisse werden registriert." Ob der niederländische Trainer Dick Advocaat als Zaungast unter den 30 000 Zuschauern im St. Jakob-Park tatsächlich von der deutschen Spielstärke beeindruckt war, ist zweifelhaft. "Es ist schwer, etwas über die deutsche Mannschaft zu sagen", meinte der Coach des EM-Auftaktgegners diplomatisch: "In Testspielen wird noch viel probiert."

Tatsächlich aber hat Völler seine Experimente schon vor der Generalprobe am Sonntag (19 Uhr/ARD) in Kaiserslautern gegen Ungarn praktisch abgeschlossen und seine EM-Formation weitgehend gefunden. Mit Ausnahme von Frank Baumann, der im Mittelfeld wohl dem viel kreativeren Torsten Frings weichen muss, könnte die Startelf von Basel auch die EM-Anfangsformation sein. Die einzige noch offene Frage ist, ob wie in Basel Miroslav Klose oder doch Fredi Bobic neben dem zweifachen Torschützen Kevin Kuranyi stürmen darf.

Zudem hat sich Völler auch auf seine EM-Taktik festgelegt. Wie bei der überraschend erfolgreichen WM in Japan und Südkorea will der 44-Jährige in Portugal mit schlichtem Ergebnisfußball aufwarten. In der Mannschaft findet er mit dem Kopierversuch die volle Zustimmung. "Das ist unsere Chance, unsere Stärke: Mit viel Disziplin spielen, eine gute Ordnung haben. Dann kann man auch erfolgreich sein", meinte Michael Ballack: "Wenn wir ein offenes Spiel bestreiten würden, hätten die Holländer sicher Vorteile."

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