Erstmals operative Gewinnschwelle erreicht
Mobilfunker O2 lässt die Korken knallen

Der kleinste deutsche Mobilfunkanbieter O2 hat im ersten Halbjahr 2001/02 erstmals einen operativen Gewinn erzielt. Für den Mobilfunkstandard UMTS sieht sich die Tochter der britischen mmO2 gut gerüstet.

Reuters MÜNCHEN. Mit einem knappen Gewinn von 1,7 (Vorjahresperiode minus 173,4) Millionen Euro vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) habe O2 die eigenen Ziele weit übertroffen, sagte Geschäftsführer Rudolf Gröger am Dienstag in München. Es war der erste operative Gewinn in der über siebenjährigen Geschichte des Unternehmens. Nach Abschreibungen sank der Vorsteuerverlust auf 121 (221) Millionen Pfund, umgerechnet rund 190 Millionen Euro.

Einen konkreten Ertragsausblick gab Gröger nicht. "Wir werden das Ebitda sicherlich weiter verbessern wollen", sagte er lediglich. O2 hat ein Sparprogramm mit dem Abbau von rund 600 Stellen hinter sich. Die Investitionen sanken im Vergleich zum Vorjahr um fast zwei Drittel auf 89,6 Millionen Euro.

UMTS ab September 2003

Weil O2 nach der Abspaltung ihrer Konzernmutter vom Telefonkonzern BT nicht mit den hohen UMTS-Lizenzkosten belastet wird, sieht sich das Münchner Unternehmen besser für die neue Technik gerüstet als die Konkurrenz. Gröger sagte, O2 wolle den neuen Standard ab September 2003 anbieten.

Zu den Kosten für den UMTS-Netzaufbau sagte er, diese könnten im Bereich von drei bis vier Milliarden Euro liegen. Als Nutzer der übertragungsstarken neuen Technik erwarte er zunächst Geschäftskunden. Bei Privatkunden würden wohl erst Mitte 2004 "signifikante Stückzahlen" erreicht.

Bereits mehr Direktkunden als E-Plus

Seinem Ziel, die Nummer drei der deutschen Mobilfunkabieter hinter Vodafone und der Telekom-Tochter T-Mobile zu werden, sei O2 ein großes Stück näher gekommen, sagte Finanzchef Axel Salzmann. Schon jetzt habe O2 mehr Direktkunden als der Konkurrent E-Plus, bei dem allerdings auch Kunden von Drittfirmen wie Debitel telefonieren. Nach einer Werbekampagne für den neuen Namen O2 hat die frühere Viag Interkom die Kundenzahl seit Geschäftsjahresbeginn um 400.000 auf 4,29 Millionen gesteigert. 2,24 Millionen davon haben Festverträge mit im Schnitt 45 Euro Monatsumsatz, die anderen setzen mit vorbezahlten (Prepaid-) Karten im Durchschnitt elf Euro monatlich um.

Die O2-Muttergesellschaft mmO2 teilte in London mit, sie habe im ersten Geschäftshalbjahr einen operativen Gewinn (Ebitda) von 378 (135) Millionen Pfund erwirtschaftet. Analysten hatten 345 bis 374 Millionen Pfund erwartet. mmO2 wurde vor einem Jahr als Mobilfunkarm von British Telecom, der heutigen BT, abgespalten und an die Börse gebracht. Die deutsche Tochtergesellschaft ist aus der im Mai 1995 gründeten Viag Interkom hervorgegangen.

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