Erstmals Quartalsbericht vorgelegt
Schulte-Noelle sieht sich gut gerüstet

Der Vorstandschef der Allianz AG, Henning Schulte-Noelle, demonstrierte unerschütterliches Selbstvertrauen, als er am Donnerstag die Bilanz am Sitz des Konzerns in der bayerischen Landeshauptstadt München vorstellte: "Die Allianz steht stärker da denn je zuvor und ist wohlgerüstet für neue Aufgaben und Projekte." Auch durch die Übernahme der Dresdner Bank sei der Konzern keinesfalls nur noch mit sich beschäftigt, sondern durchaus stark genug, die positive Entwicklung der Unternehmensgruppe fortzuführen.

mwb/HB MÜNCHEN. Im vergangenen Jahr hatte der größte europäische Versicherungskonzern seinen Umsatz um 13,4 % auf 68,7 Mrd. Euro und den bereinigten Jahresüberschuss um 13 % auf 2,4 Mrd. Euro gesteigert. Damit wurde die im Februar genannte vorläufige Ertragszahl sogar noch leicht übertroffen.

Erstmals legte die Allianz am Donnerstag auch ausführliche Quartalszahlen vor. Die Beitragseinnahmen erhöhten sich danach in den ersten drei Monaten um 6 % auf 20,6 Mrd. Euro, wobei 0,3 Mrd. Euro auf Akquisitionen entfallen. Der Jahresüberschuss erreichte 700 Mill. Euro und übertraf damit die Erwartungen vieler Marktbeobachter. Der Analyst der WestLB-Panmure Carsten Zielke hatte ein um 11 % niedrigeres Ergebnis vorausgesagt. Für Zielke ist die Allianz-Aktie ein klarer "Kauf". Der Analyst bewertet sie mit einem Kursziel von 396 Euro.

Überdurchschnittlich konnte die Schaden- und Unfallversicherung mit einem Beitragsplus um 8 % auf rund 13 Mrd. Euro zulegen, wobei das Wachstum vor allem aus den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Spanien und auch aus Australien stammt. Wie Finanzchef Helmut Perlet betonte, blieb die Allianz von Belastungen größerer Naturkatastrophen verschont. Als Folge sank die Schadensquote um 3 Prozentpunkte auf 75 %.

In der Lebens- und Krankenversicherung verbuchte die Allianz ein Beitragsplus von 3 % auf 7,8 Mrd. Euro, wobei sich die Nachfrage nach fondsgebundenen Lebensversicherungen durch die Schwäche an den Kapitalmärkten merklich abgeschwächt habe, sagte Perlet.

Probleme bereitete der Allianz die schwierige Lage am Finanzmarkt vor allem im Geschäftsbereich Vermögensmanagement für Dritte und Finanzdienstleistungen. Zwar erhöhte sich das verwaltete Vermögen um rund 6 % auf 757 Mrd. Euro. Und nach der Erstkonsolidierung von Nicholas Applegate stieg die Vermögensanlage für Dritte auf 384 (336) Mrd. Euro. Doch unter dem Strich blieb in diesem Bereich ein Verlust per Ende März von 56 Mill. Euro übrig.

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