Erstmals Rechnung in Dollar vorgelegt
Novartis steckt Roche-Verlustanteil weg

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis hat den Markt mit einem stabilen Quartalsgewinn von 1,063 (Vorjahresperiode 1,064) Milliarden Dollar überrascht. Da Novartis im Berichtsquartal seinen Anteil am Verlust 2002 des Roche-Konzerns verbuchte, hatte der Markt mit einem Gewinnrückgang gerechnet. Doch, so Analysten weiter, der Konzern schnitte operativ besser ab als erwartet.

Reuters BASEL. Den Konzernumsatz steigerte Novartis laut Angaben vom Dienstag dank eines starken Wachstums seiner Top-Produkte, der im Vorjahr übernommenen slowenischen Lek und positiver Währungseffekte um 21 Prozent auf 5,721 Mrd. Dollar und damit ebenfalls stärker als erwartet. In Lokalwährungen betrug das Umsatzplus 13 Prozent. Der Pharmaumsatz stieg um 18 Prozent in Dollar beziehungsweise zehn Prozent in lokalen Währungen auf 3,609 Mrd. Dollar.

Novartis legte zum ersten Mal eine Rechnung in Dollar vor, um so den negativen Einfluss des starken Schweizer Franken in Grenzen zu halten. Das Unternehmen erwirtschaftet 43 Prozent des Umsatzes in den USA.

Im gesamten Jahr 2003 rechnet Novartis mit einem Anstieg des Konzern- und des Pharmaumsatzes um rund 10 Prozent in lokalen Währungen. Reingewinn und Betriebsergebnis sollten sich verbessern. Wegen der hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung dürfte die operative Gewinnmarge im Pharmabereich sinken. Novartis bekräftigte damit Angaben von Ende Januar.

"Das Ergebnis war okay, aber ich hatte nie Bedenken, dass es einen negative Überraschung geben könnte," sagte Rudi Buxtorf, Fondsmanager bei der Coutts Bank Schweiz. Julius Bär-Analystin Denise Anderson sagte, dass sich die Pharmaverkäufe wie erwartet entwickelt hätten, obwohl dank Lek der Konzernumsatz stärker als geschätzt zugelegt habe. Patrick Burgermeister von der Zürcher Kantonalbank schrieb in den "Daily Market Opinion" von einem "hervorragenden Ergebnis.

Ohne den Anteil am Roche-Verlust, so Novartis, wäre der Reingewinn in den ersten drei Monaten um 27 Prozent gestiegen. Das Unternehmen verbuchte einen von Roche herrührenden Verlust vor Steuern von 277 Mill. Dollar. Davon entfielen 269 Mill. Dollar auf das Jahr 2002 und den Rest rechnete Novartis dem ersten Quartal dieses Jahres zu. Daraus lässt sich folgern, dass Novartis bei der "assoziierten Gesellschaft" Roche von einem Quartalsverlust ausgeht.

Roche selbst hatte am 10. April für das erste Quartal einen Umsatzanstieg im Kerngeschäft Pharma und Diagnostics von 15 Prozent in Lokalwährungen auf 6,729 Mrd. sfr gemeldet, aber - wie üblich - kein Ergebnis bekannt gegeben. Novartis hält 6,2 Prozent des Kapitals und 32,7 Prozent der stimmberechtigten Inhaberaktien von Roche. Roche hatte 2002 einen Rekordverlust von 4,03 Mrd. sfr ausgewiesen. Novartis-Finanzchef Raymund Breu bekräftigte gegenüber Reuters, dass Novartis die Beteiligung weiterhin als langfristiges Investment betrachtet.

Das Verhältnis zwischen den beiden Unternehmen kann als frostig beschrieben werden. Novartis hat wiederholt die Vorteile eines Zusammengehens der beiden Konzerne betont. Das Roche-Management hingegen und auch die Familien Hoffmann und Oeri, die mit einem Kapitalanteil von rund 10 Prozent 50,1 Prozent der Roche-Stimmrechte kontrollieren, haben sich immer klar gegen eine Fusion mit dem Basler Nachbarn ausgesprochen.

Der operative Gewinn von Novartis erhöhte sich in den ersten drei Monaten um 24 Prozent auf 1,351 Mrd. Dollar. Novartis profitierte von einem veränderten Produktmix und einer verbesserten Produktivität aber auch von der Devestition von Produkten, die 178 Mill. Dollar einbrachten. Das Nettofinanzergebnis verringerte sich um 20 Prozent auf 180 Mill. Dollar.

Finanzchef Breu sagte, dass Novartis die Lancierung des neuen Schmerzmittels Prexide weiterhin für das Jahr 2004 erwartet. Das im nächsten Monat anstehende Panel der US-Gesundheitsbehörde FDA zum Asthmamedikament Xolair sei Teil der normalen Prüfung. Novartis prognostiziere den Marktstart von Xolair weiterhin für 2004, so Breu.

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