Erstmals Rechnungslegung nach IAS
Analysten rechnen bei SGL Carbon mit schwächerem Ergebnis

Die SGL Carbon AG präsentiert am Donnerstag ihre Zahlen zum zweiten Quartal und zum Halbjahr. Analysten rechnen im Vorfeld mit einem schwächeren Ergebnis. Da der Wiesbadener Werkstoffproduzent seit Januar 2001 seine Rechnungslegung vom deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) auf internationale Bilanzierungsregeln (IAS) umgestellt hat, fehlen allerdings die entsprechenden Vergleichszahlen. Analysten rechnen sowohl für das zweite Quartal als auch für das Halbjahr 2001 mit einem schwächeren Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) als im Vorjahr.

ddp WIESBADEN. Christopher Schardt von der HypoVereinsbank geht davon aus, dass die nachlassende Konjunktur, die schwachen Stahlpreise und die höheren Energiekosten das operative Ergebnis des Unternehmens weiter belastet haben. Hinzu kämen hohe Investitionen im Bereich Brennstoffzellen und der neuen Keramikbremsscheibe. Im Geschäftsbereich Carbon und Graphit rechnet Schardt im zweiten Quartal mit einem Ebit von 24,8 Mill. ? (48,5 Mill. DM) gegenüber 30 Mill. ? im Vorjahreszeitraum. Oliver Günter von der Bankgesellschaft Berlin erwartet in dieser Sparte für die USA ein rückläufiges EBIT, in der EU soll das zweite Quartal dank Preiserhöhungen dagegen "noch gut gelaufen sein".

Der Bereich Fasern und Composites sollte auf Grund der Anlauf- und Aufbaukosten für Brennstoffzellenkomponenten und Bremsscheiben auch im zweiten Quartal wieder Verluste eingefahren haben, betonen die Analysten. Sie dürften jedoch mit 8,7 Mill. ? unter dem Wert des ersten Quartals gelegen haben, in dem ein Betriebsverlust von 10,7 Mill. ? eingefahren wurde.

Rückstellung für mögliche EU-Buße unklar

Unklar sei auch, ob SGL Carbon im zweiten Quartal bereits eine Rückstellung für die drohende Buße der EU-Kommission gebildet hat und in welcher Höhe sie liegt, hieß es weiter. Die EU-Kommission hatte SGL Carbon im Juli wegen wettbewerbswidrigem Verhalten bei Graphitelektroden ein Bußgeld von 80,2 Mill. ? auferlegt, wogegen das Unternehmen Klage beim Europäischen Gerichtshof eingereicht hat.

An seinem ehrgeizigen Ziel, das Konzernbetriebsergebnis auf Vorjahreshöhe zu halten, hat das Unternehmen bisher festgehalten. Nach HGB waren im Vorjahr 96 Mill. ? erzielt worden. Nach neuer Rechnungslegung kann es laut Experten zu einer Unterschreitung des Ziels kommen. Analyst Günter erwartet danach für das Gesamtjahr ein Ebit von um die 80 Mill. ?.

Die Deutsche Bank erwartet bei SGL Carbon einen Nettoverlust von 35 Mill. ? im zweiten Quartal, verglichen mit einem Gewinn von drei Mill. ? im Vorjahreszeitraum. Als Grund nennen die Analysten die EU-Strafe und den schwachen Euro. Der Absatz wird bei 290 Mill. ? nach 312 Mill. ? im Vorjahr erwartet. Trotzdem sehen die Analysten die Entwicklung im zweiten Quartal als "signifikante Verbesserung" gegenüber dem ersten an.

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