Erstmals seit drei Jahren wieder steigende Etats
Deutsche-Eishockey-Liga boomt

Trotz wirtschaftlicher Flaute und ungewisser TV- Präsenz boomt die Deutsche Eishockey-Liga (DEL). Erstmals seit drei Jahren kann die höchste deutsche Spielklasse wieder steigende Etatzahlen verbuchen.

HB BERLIN. Für die am Freitag beginnende Saison 2004/05 haben sechs der 14 Clubs ihr Budget erhöht. Insgesamt plant die Liga mit einem Umsatz in Höhe von 66,5 Mill. Euro - das sind 3,9 Mill. mehr als in der Vorsaison.

Etatkrösus sind erstmals die Hamburg Freezers mit 7,0 Mill. Euro. "Die Liga boomt", sagt deren DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke und führt als Grund steigende Zuschauerzahlen und die immer besser werdenden Rahmenbedingungen an. Zudem tritt erstmals der im vergangenen Jahr angelaufene Vertrag mit Ligasponsor "Gelbe Seiten" in vollem Umfang in Kraft.

Mit durchschnittlich 5 600 Zuschauern pro Spiel erzielte die DEL in der vergangenen Saison eine neue Besucher-Bestmarke. Die Hannover Scorpions kehren nach einjähriger Unterbrechung wieder in die Preussag Arena zurück, mit dem König-Palast in Krefeld öffnet im Dezember eine weitere neue Halle ihre Pforten. Die Scorpions machten auch den deutlichsten Sprung in der Etat-Tabelle. Der neue Clubbesitzer Günter Papenburg erhöhte das Budget von 2,7 auf 3,8 Mill. Euro.

Auch Titelverteidiger Frankfurt, Vizemeister Berlin, Aufsteiger Wolfsburg, Ingolstadt und Nürnberg planen mit größeren Etats als im Vorjahr. Als einziger Club reduzierte Adler Mannheim seine Ausgaben/Einnahmen-Rechnung um eine halbe Million Euro. Allerdings haben die Kurpfälzer nach wie vor den größten Personaletat der Liga.

Während Krösus Hamburg 1,3 Mill. Euro Hallenmiete an die Color Line Arena abführen muss, sind es bei den Adlern für das alte Stadion im Friedrichspark gerade einmal 120 000 Euro.

Der neue "Reichtum" der DEL-Vereine wird in einer Vielzahl neuer Stars sichtbar. So werden die deutschen NHL-Profis Marco Sturm (Ingolstadt) und Jochen Hecht (Mannheim) den bevorstehenden Arbeitskampf in der nordamerikanischen Profiliga NHL in der DEL überbrücken. Die US-Stars Mike York und John-Michael Liles spielen während dessen in Iserlohn beziehungsweise Kassel.

Im Gegensatz zu den Vorjahren fehlen jedem Club aber rund 200 000 Euro TV-Einnahmen in der Haushaltsplanung. Der Münchner Pay-TV-Sender Premiere ließ im August die mit der Liga ausgehandelte Vereinbarung überraschend platzen. Ob und wann ein neuer Vertrag geschlossen wird, ist ungewiss. "Wir haben ein exzellentes und immer besser präsentiertes Produkt anzubieten, das wir keinesfalls unter Wert verkaufen wollen und werden", sagte Tripcke. "Deshalb werden wir ein Rechte-Dumping nicht mitmachen", kündigte er an.

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