Erstmals seit zehn Jahren wieder
BSE-Fall in Kanada aufgetreten

Als Reaktion auf den ersten BSE-Fall in Kanada seit zehn Jahren haben nach den USA auch Japan und Südkorea am Mittwoch Importverbote für kanadisches Rindfleisch verhängt.

Reuters CALGARY. Die kanadischen Behörden hatten am Vortag bekannt gegeben, in der Provinz Alberta sei ein Tier nach der Schlachtung positiv auf die Rinderseuche getestet worden. "Ich betone, dass das Tier nicht in die Nahrungskette gelangt ist", sagte der kanadische Landwirtschaftsminister Lyle Vanclief.

Gleichwohl gab es an den Märkten heftige Reaktionen: Terminkontrakte auf Rindfleisch gaben deutlich nach, auch die Aktien der Schnellrestaurantkette McDonald's verloren an Wert. Kanada ist der weltweit drittgrößte Rindfleischexporteur; der Sektor gehört zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen. Erst kürzlich hatte der Ausbruch der Lungenkrankheit SARS die kanadische Wirtschaft belastet.

Die USA verhängten umgehend ein vorübergehendes Importverbot für kanadisches Rindfleisch. Japan und Südkorea zogen am Mittwoch nach, wobei Südkorea auch die Einfuhr von Milchprodukten untersagte. 1993 war in Kanada bei einem aus Großbritannien importierten Rind BSE festgestellt worden. Es hatte sich bislang um den einzigen BSE-Fall in dem Land gehandelt. BSE steht im Verdacht, beim Menschen die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auszulösen. Mehr als 80 Menschen sind in Großbritannien und anderen europäischen Ländern an der Krankheit gestorben. Etwa 3,7 Millionen Rinder waren in Großbritannien beim Kampf gegen die Rinderseuche getötet worden.

Nach Angaben der kanadischen Behörden und des Exportverbands war das achtjährige Tier im Winter geschlachtet und getestet worden. Das Testergebnis habe erst jetzt vorgelegen, woher das Tier stamme sei unklar. Die rund 150 Rinder der Herde sollen getötet werden. Der kanadische Rindfleisch-Exportverband sprach von einem Einzelfall.

Fast 60 Prozent der kanadischen Rindfleischexporte stammen aus der Provinz Alberta. Die Rinderhaltung ist dort ebenso tief verwurzelt wie etwa im US-Bundesstaat Texas - auf rund drei Millionen Einwohner kommen etwa fünfeinhalb Millionen Rinder. Die Farmer in Alberta setzen mit der Rinderzucht jährlich 3,8 Milliarden kanadische Dollar (rund 2,4 Milliarden Euro) um.

An der New Yorker Wall Street waren McDonald's-Aktien der größte Verlierer des Dow-Jones-Index der Standardwerte. Die Papiere fielen fast sieben Prozent. An der Chicagoer Warenterminbörse fielen die Terminkontrakte auf Rindfleisch um das Tageslimit. Auch der kanadische Dollar gab nach.

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