Erstmals Start im Olympiastadion
Weitsprung-Oma will ihr fünftes EM-Gold

Weitsprung-"Oma" Heike Drechsler will bei ihrem letzten EM-Auftritt zum fünften Mal die Beste sein. "Ja, es macht Spaß, die jungen Springerinnen zu ärgern", sagte die 37 Jahre alte Thüringerin der Konkurrenz bei den Europameisterschaften in München den Kampf an. Eine Medaille ist ihr Ziel.

dpa MÜNCHEN. Wenn es ernst wird am Mittwochabend im Olympiastadion, drückt ihr im weiten Rund auch ihre Mutter die Daumen. Eine Familien-Premiere, denn die Frau Mama ist zum ersten Mal bei einem großen internationalen Wettkampf ihrer Tochter live dabei. Für Heike Drechsler wird München definitiv die sechste und letzte EM, "aber nicht die letzten internationalen Meisterschaften. Es gibt noch eine WM in Paris". In einem Jahr.

Vier Mal in Serie - 1986, 1990, 1994, 1998 - hat die deutsche Rekordhalterin (7,48 m) bei Europameisterschaften Weitsprung-Gold erobert; einen weiteren Titel holte sie 1986 über 200 m. Je zwei Mal war sie Olympiasiegerin und Weltmeisterin. "Ich verstehe die Aussage nicht, man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Dann hätte ich 1992 aufhören müssen", meinte die "Leichtathletin des Jahrhunderts".

Vor 19 Jahren ging der Stern der Heike Daute auf: Mit 18 wurde sie in Helsinki die bis heute jüngste Weitsprung-Weltmeisterin. Und sie springt und springt und springt... "Warum soll ich aufhören, so lange ich noch in der Lage bin, das Training zu machen?"

Alt fühlt sich die Mutter des 12-jährigen Tony und Lebensgefährtin des früheren französischen Zehnkampf-Europameisters Alain Blondel jedenfalls nicht. Kürzlich sah man im "Stern" ganz neue Seiten der Heike Drechsler: Da räkelte sie sich kaum bekleidet am Strand. "Ich habe das für mich selber gemacht, für keinen anderen. Ich wollte mal sehen, was da rauskommt. Ich wollte erotische Bilder und keine Nacktfotos", meinte die lange Blonde vom Karlsruher SC: "Und ich wollte zeigen, dass man auch nach 23 Jahren Leistungssport noch gut aussieht."

In München möchte die Titelverteidigerin ihren Heimvorteil nutzen und "eine Medaille" holen. "Ich gehe locker an die Sache, aber ich werde kämpfen", versprach sie ihren Fans. Favoritin ist die Russin Tatjana Kotowa. "Mit ihrer Jahresweltbestleistung von 7,42 m steht sie über allen", sagte Heike Drechsler, "aber niemand ist unschlagbar."

Und auch nicht unfehlbar. "Ich bin noch nie im Olympiastadion gestartet", hatte Heike Drechsler vor dem EM-Championat in der bayerischen Metropole verkündet. Diesen kleinen Fauxpas verzeiht man einer großen Athletin. Die gebürtige Geraerin hält in München sogar den Stadionrekord: 7,21 m weit flog sie am 21. Juni 1992 bei den deutschen Meisterschaften in ihrem goldenen Olympia-Jahr.

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