Erstverkauf: 30. September
FAZ-Sonntagszeitung startet mit 600 000 Exemplaren

Mit rund 100 Seiten Umfang und in einer Auflage von zunächst 600 000 Exemplaren will die neue "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) vom 30. September an bundesweit antreten. Mittelfristig werde eine verkaufte Auflage von 230 000 bis 250 000 Exemplaren angepeilt, sagte FAZ-Geschäftsführer Jochen Becker am Mittwoch bei der Vorstellung der Nullnummer.

dpa FRANKFURT/MAIN. Nach Millionenverlusten bei der bisherigen, überwiegend auf das Rhein- Main-Gebiet zugeschnittenen FAZ-Sonntagszeitung strebe man schwarze Zahlen bis 2006 an.

Für die FAZ-Abonnenten ist die neue, durchgehend vierfarbig gedruckte siebte Ausgabe vier Wochen lang kostenlos. Anschließend kostet das Kombi-Abo von FAZ und FAS für Leser im Rhein-Main-Gebiet wie bisher 55,20 DM (rund 28 Euro). Abonnenten im übrigen Bundesgebiet zahlen für das Kombi-Abonnement statt 53 künftig 69 DM im Monat. Im Einzelabo wird die FAS für 17 DM angeboten, am Kiosk kostet ein Exemplar 4 DM.

Mit dem bestehenden Vertriebsnetz könnten 70 % der bisherigen 280 000 Abonnenten in Großstädten und Ballungsräumen versorgt werden, sagte Becker. Derzeit arbeite man daran, ein Flächen deckendes Netz aufzubauen. Als Zwischenlösung könnten sich Leser, die die Zeitung noch nicht im Briefkasten erhalten, die FAS mit Gutscheinen an Kiosk, Tankstellen oder in Bäckereien abholen.

Die FAS wird von 50 Redakteuren in Frankfurt, Berlin und München erstellt. Sie enthält neben einem Rhein-Main-Regionalteil künftig auch Regionalseiten für München. Als nächste Regionalausgabe sei ein Berlin-Teil in Planung, sagte Becker.

Markt wird aufgemischt

Der Sonntagsmarkt wird bisher vom Axel-Springer-Verlag mit der "Bild am Sonntag" (zuletzt 2,45 Mill. verkaufte Auflage) und der "Welt am Sonntag" (knapp 451 000 verkaufte Exemplare) dominiert. Mit ihrer bisherigen Sonntagszeitung erreichte die FAZ zuletzt 100 000 Leser. Sie hat nach Angaben Beckers jährlich 13 Mill. bis 15 Mill. DM Minus eingefahren. Wie viel Geld die FAZ in ihre neue Sonntagsoffensive investiert, wollte der Geschäftsführer nicht sagen.

Es gehe der FAZ nicht um Verdrängung, sondern um Markterweiterung, betonte Becker. "Wir sehen uns nicht als Wilderer im Springer-Revier, sondern als Vorreiter einer neuen publizistischen Entwicklung." Der bislang von wenigen Zeitungen genutzte Sonntagsmarkt gilt als lukratives neues Geschäftsfeld. Für die FAS peile man einen Anzeigenumsatz von 40 Mill. DM an. Gemessen am gesamten FAZ- Anzeigenumsatz von 800 bis 900 Mill. DM sei das ein "kleiner Sockel".

Inhaltlich versteht sich die FAS nach Angaben von FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher als qualitativ hochwertige Wochenzeitung. Die Konkurrenz sei dabei kein Maßstab, "darauf lassen wir uns gar nicht ein". Das Blatt besteht aus den Teilen Politik, Sport, Feuilleton, Wirtschaft, Geld & Mehr, Gesellschaft, Wissenschaft, Reise und Immobilien. Als zehntes so genanntes Buch kommt der Regionalteil für Rhein-Main beziehungsweise München hinzu.

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